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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. August 2017 | 03:50 Uhr

Zapel : Blitzschlag vernichtet Bauernhaus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Großeinsatz in Zapel: Mehr als 50 Brandschützer aus der Region waren die ganze Nacht im Dienst – Eigentümer blieb unverletzt

Der laute Knall war bis Crivitz zu hören. Um 22.33 Uhr heulte die Sirene und die Brandschützer – darunter auch Crivitz’ stellvertretenden Wehrführer Markus Eichwitz – rückten aus. Ihr Ziel: Zapel. „Der Blitz hatte in ein altes Bauernhaus im Ortskern eingeschlagen“, sagt Eichwitz. Es brannte lichterloh. 19 Brandschützer aus Goldenbow, 13 aus Zapel sowie 13 aus Crivitz waren im Einsatz. Schnell wurden die Schläuche bis zum Dorfteich ausgerollt und es hieß: Wasser marsch.

Aber nicht nur bei der Feuerwehr. Auch Nachbar Peter Drathner hatte sein Dach bereits gewässert. „Die Hitze war unerträglich und wir hatten wirklich Angst um unser Haus“, erklärt der Zapeler. Nur wenige Meter trennen sein eigenes Heim von der Brandruine. „Wir haben Fassade, Dach und auch Zaun mit Wasser gekühlt. Der Wind stand günstig, sonst hätten wir hier zwei brennende Häuser gehabt“, erklärt Zapels Wehrführer Heinz Wahrmann. Er und seine Männer waren auch gestern noch vor Ort. Zehn Feuerwehrmänner hatten Brandwache gehalten, sechs waren am Vormittag noch da. „Erst gegen 1 Uhr war das Feuer unter Kontrolle“, erklärt Wahrmann.

Das Dach war nicht nur mit Schilf gedeckt, auch mit Wellasbest und Pappe – alles bester Zündstoff für das Feuer. „Der Hauseigentümer hatte uns zudem gesagt, dass eine Propangasflasche im Haus ist. Das ist besonders gefährlich. Doch zum Glück konnten wir sie schnell finden und rechtzeitig ablöschen“, erzählt Markus Eichwitz.

Zu retten sei das Haus aber nicht mehr gewesen. „Das kann man nur noch abreißen“, meint einer der Brandschützer. Für den Eigentümer, der gestern noch unter Schock stand, ist das ein bitteres Urteil. Schon seine Eltern hätten in dem Haus gewohnt. Nun steht der Rentner vor dem Nichts.

Zapels Bürgermeister Hans-Werner Wandschneider, einige Nachbarn und auch Hartmut Paulsen vom Ordnungsamt Crivitz kümmern sich um den 65-Jährigen, der zunächst zu seiner Schwester gezogen ist. Eine Wohnung soll schnell gefunden werden und Ute Wandschneider wollte noch gestern im Kleiderschrank ihres Mannes nach ein paar Hemden suchen: „So dass er wenigstens seine Sachen wechseln kann.“

Gestern Vormittag rückte die Crivitzer Feuerwehr noch einmal mit schwerer Technik an. „Die Holzwickel in der Zwischendecke glimmen immer wieder auf. Da kommen wir nur mit der Drehleiter ran“, erklärt Markus Eichwitz.

Gegen Mittag war dann Feierabend für die Brandschützer. Albert Witkowski atmet durch. Die ganze Nacht war auch er im Dienst. „Irgendwann kommt die Müdigkeit. Solange man zu tun hat, funktioniert es. Zum Glück wurde niemand verletzt. Das ist immer das Wichtigste“, erklärt der Zapeler.

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erstellt am 24.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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