zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 07:40 Uhr

Schwerin : Blitzer statt Poller auf Marienplatz

vom

Mit Fertigstellung des Marienplatzes in Schwerin soll der illegale Autoverkehr vom Platz verschwinden. Da versenkbare Poller zu teuer sind, ist jetzt ein Blitzer geplant.

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2012 | 06:10 Uhr

Altstadt | Der Marienplatz - quasi das Herz der Landeshauptstadt - soll nach seiner Fertigstellung nicht einfach nur schön sein. Trotz der vielen Straßenbahnen und Busse, die täglich über den Platz fahren, sollen sich die Bürger hier wohl fühlen. Stadtplaner sprechen von einer hohen Aufenthaltsqualität. Kein einfaches Unterfangen, denn viele Funktionen müssen unter einen Hut gebracht werden.

Baudezernent Dr. Wolfram Frie dersdorff würde am liebsten allen "unnötigen" Verkehr vom Marienplatz verbannen. Nur die Busse und Bahnen des Nahverkehrs dürften hier rollen, aber das ist unrealistisch. "Trotzdem werden wir alles tun, um den illegalen Verkehr vom Platz zu bekommen", sagt Frieders dorff. Immerhin fahren rund 500 Autos über den Platz, deren Fahrer keine Berechtigung dazu haben. Deshalb wollte die Stadt versenkbare Poller installieren - für zusätzlich über 200 000 Euro. Dieses Vorhaben ist jetzt vom Tisch. "Wir haben in der Verwaltungsspitze lange diskutiert", so der Baudezernent. "Letztendlich haben wir uns gegen die Poller entschieden." Stattdessen möchte Friedersdorff einen speziellen Blitzer aufstellen, der "Illegale" fotografiert. Doch dazu braucht er die Genehmigung des Landesamtes für Verkehr. Ein Antrag ist gestellt, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen. Und die Stadtvertreter sollen sich auch noch äußern.

Neben den Bussen und Bahnen des Nahverkehrs werden auch die Rettungsdienste über den Marienplatz fahren dürfen. Mit der Taxigenossenschaft will Friedersdorff noch reden, ob die Mietdroschken hier unbedingt fahren müssen. Ein Gespräch wegen der Überlandbusse hat es dagegen schon gegeben. Friedersdorff hat mit Günther Matschoß, dem zuständigen Dezernenten beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, vor ein paar Tagen geredet. Das Resultat: Die etwa 160 Busse, die pro Tag aus dem Umland kommen, werden fast alle weiterhin über den Marienplatz rollen. Schließlich gibt es bis 2015 eine Konzession dafür. "Vor allem für den Schülerverkehr ist das wichtig", weiß auch der Schweriner Baudezernent. Nahverkehrschef Norbert Klatt ist davon nicht begeistert. "Den Nahverkehr in der Landeshauptstadt wickeln wir ab." Er hätte es am liebsten, wenn alle Fahrgäste, die aus der Region kommen, in der Stauffenberg- oder der Kieler Straße auf seine Bahnen umsteigen. Daraus wird nun vorerst aber nichts werden.

Den Lieferverkehr will Wolfram Friedersdorff dagegen einschränken. Nur die Anlieger dürfen zu bestimmten Zeiten und mit nicht zu großen Fahrzeugen in Zukunft angefahren werden. "Wenn so ein 20-Tonner auf dem neuen Pflaster rangiert, ist die Platzoberfläche schnell wieder kaputt." Aber es gibt noch weitere "Berechtigte", die bisher den Marienplatz befahren durften. Auch diese Ausnahmegenehmigungen sollen eingeschränkt werden. Provokante Frage des Dezernenten: "Muss der Sparkassenvorstand unbedingt auf den Platz fahren?" Eine Entscheidung steht noch aus.

Während der Hauptbauphase bis Ende November und dann auch noch einmal ab März, wenn die Lübecker Straße und die Helenenstraße saniert werden, wird es aber bei der derzeitigen Regelung bleiben. Über den Marienplatz dürfen nur Busse und Bahnen des Nahverkehrs fahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen