Schwerin : Blaulicht im Baustellen-Stau

Kein Durchkommen für den Notarztwagen: Wenn sie es nicht eilig haben oder zu verkehrsschwachen Zeiten fahren die Retter über die verengte Crivitzer Chaussee. Im Notfall geht es über den Dreesch.
Kein Durchkommen für den Notarztwagen: Wenn sie es nicht eilig haben oder zu verkehrsschwachen Zeiten fahren die Retter über die verengte Crivitzer Chaussee. Im Notfall geht es über den Dreesch.

Auf Crivitzer Chaussee und am Grünem Tal wird es zu Stoßzeiten eng: Feuerwehr und Rettungswagen weichen über Schleichwege aus

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09. September 2015, 08:00 Uhr

Wer im Baustellen-Stau am Grünen Tal steht und plötzlich ein Martinshorn hört, der kommt schnell ins Schwitzen. Wohin nur mit dem Auto, um die Fahrbahn ordnungsgemäß freizumachen? Links ein hoher Bordstein, rechts eine aufgerissene Fahrbahn, vorne ein anderer Wagen oder eine rote Ampel? „Die Autofahrer müssen selbst entscheiden, wohin und auch ob sie in solchen Fällen ausweichen“, sagt Dr. Stephan Jakobi, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Niemand müsse sein Auto beschädigen. Aber: Bei Rot vorsichtig über eine leere Kreuzung zu fahren, wenn von hinten Feuerwehr oder Notarztwagen kommen, sei durchaus erlaubt und gewünscht.

Die aktuelle Baustellen-Situation auf der Crivitzer Chaussee und am Grünen Tal schätzt der Chef der Berufsfeuerwehr als ausgesprochen eng ein. Aber nicht kritisch. „Wir fahren zurzeit möglichst nicht über diese Straßen“, sagt Jakobi. Die „Feuerwehr-Umleitung“ läuft über die Ludwigsluster Chaussee. Auf Höhe Stauffenbergstraße öffnen die Retter die Schranke über die Straßenbahngleise, fahren in die Bernhard-Schwentner-Straße und erreichen so den unteren Teil der Baustelle. Wenn der Verkehrsstrom reibungslos fließt – zum Beispiel nachts – geht es direkt übers Grüne Tal oder durch die Hamburger Allee.

Größere Verzögerungen bei Einsätzen habe es deshalb bislang nicht gegeben, so Jakobi. Tatsächlich sei die Verkehrslage nach den Sommerferien nun ein wenig dichter als zuvor, aber die Helfer befänden sich immer auf dem Laufenden. Auch in Stau-Situationen, in denen Autofahrern der Schweiß ausbricht, blieben die erfahrenen Wagenlenker meist cool und fänden ihr Schlupfloch.

Über die Arbeiten am Grünen Tal wurde die Feuerwehr schon vor einem halben Jahr informiert und als Träger öffentlicher Belange an den Planungen beteiligt. Dabei wurde auch die Ausweichstrecke festgelegt. Baustellen gehören zum täglich Brot der Schweriner Feuerwehr. Damit sie nicht zum täglichen Problem werden, hält sie extra eine Mitarbeiterin vor, die sich um den Bereich Baustellen kümmert. „Das macht jede größere Feuerwehr so“, betont Dr. Stephan Jakobi. Die Kollegin nimmt an der wöchentlichen Sitzung der Sperrkommission teil und klärt jeden Morgen aktuelle Veränderungen, wie z.B. bei der Verlegung neuer Fernwärmeleitungen. „Jede Baustelle hat ihre Tücken“, erklärt Jakobi. „Vor allem wenn Gebäude mit der Drehleiter schlecht zu erreichen sind oder die Löschwasserversorgung eingeschränkt ist, wird es für uns schwieriger.“ Die Baustelle am Grünen Tal, die die Schweriner noch bis zum Jahresende beschäftigt und 2016 auf der anderen Seite fortgesetzt wird, sei im Vergleich dazu „anspruchsvoll“, aber durchaus zu bewältigen.

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