Blattkritik: Sauerländer und Schwaben bewerten SVZ

Hans Willms (Chefredakteur der Lüdenscheider Nachrichten) und Ralf Schäfer (Redakteur bei der Schwäbischen Zeitung) haben sich den Schweriner Lokalteil unserer Donnerstagsausgabe vorgenommen.

von
23. Januar 2009, 08:40 Uhr

Die erste SeiteWillms: Die lokale Spitze, das „Guten Morgen“ hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch der Polizeibericht und die Blitzermeldungen sind gut platziert. Die werden häufig gelesen. Hier kommt der Servicegedanke der Zeitung gut zur Geltung.Schäfer: Mir hat der Aufmacher auf der ersten Seite gut gefallen. Es geht um Lea-Sophie, eine Geschichte, die jeder in ganz Deutschland kennt. Schön, dass hier ein Kommentar und ein Hintergrundkasten daneben gestellt wurden. Das beweist nicht nur Meinungsfreude, sondern lockert auch das Thema auf und lädt zum Lesen ein.ÜberschriftenSchäfer: Mir gefallen die Überschriften nicht besonders gut. Es könnten mehr Verben vorkommen. „Für einen Euro ins Theater“ ist nicht so ansprechend, finde ich.

Layout
Schäfer: Auf den ersten Blick herrscht beim Layout kein eindeutiges Konzept. Die Spaltenzahl der einzelnen Blöcke wechselt scheinbar wahllos. Ein klares Konzept wäre wünschenswert.

Willms: Ein grundsätzliches Problem scheint zu sein, dass die Seiten kein tragendes Bild haben. Das gilt aber nicht nur für das Lokalressort, sondern auch für die anderen Seiten. Dass das größte Bild unter dem Bruch platziert ist, ist nicht unbedingt klassisch.

Inhalt
Willms: Ich finde den Lokalteil zu terminorientiert. Es sollten inhaltlich mehr eigene Akzente und Geschichten gesetzt werden. Unterschiedliche journalistische Darstellungsformen – mal eine Umfrage, mal ein Interview, eine Reportage oder ein witziges Bild ohne besonderen Nachrichtenwert- würden für mehr Abwechslung sorgen und den Unterhaltungswert des Blattes erhöhen. Es ist schön, dass das Leserforum klar und nicht versteckt platziert ist. Im Mantel ist der Höhepunkt der Ausgabe: die Blickpunktseite darüber, was die DDR-Städtebauer für Schwerin geplant hatten mit dem Titel „Meckhattan am Pfaffenteich“.

Schäfer: Es ist ein guter Themenmix. Allerdings sind wirkliche eigene Schwerpubkte nicht erkennbar. Den Bericht über die Wissenskarawane zum Beispiel könnte man auch über eine halbe Seite ziehen. Dazu eine Grafik, oder eine Umfrage würden das ganze näher beleuchten und auch unterhaltsam machen. Die Zeitung erfüllt heute die Funktion der Geschichtenerzähler am Lagerfeuer. Anders als das Internet haben wir die Chance, tief zu informieren. Die sollte man doch nutzen.

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