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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 17:19 Uhr

Nordkirche : Bischofssitz stärkt Schwerins Gemeinden

vom

Es ist beschlossene Sache: Die evangelische Nordkirche für Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein kommt. Mit einem großen Festgottesdienst in Ratzeburg wird der Zusammenschluss offiziell besiegelt.

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2012 | 08:39 Uhr

Schwerin | Seit Anfang des Jahres ist es beschlossene Sache: Die evangelische Nordkirche für Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein kommt. Mit einem großen Festgottesdienst in Ratzeburg wird der Zusammenschluss der nordelbischen, der mecklenburgischen und der pommerschen Kirche mit insgesamt 2,3 Mil lionen Mitgliedern am Pfingstsonntag offiziell besiegelt. Im kommenden Jahr steht die Wahl des gemeinsamen Bischofs an. Seinen Sitz soll er in Schwerin haben.

Die organisatorischen Weichen für die neue Kirchenstruktur sind aber bereits gestellt - auch in der Landes hauptstadt. Schon in diesem Frühjahr wird die neue Kirchenkreisverwaltung Meck lenburg in einem Bürogebäude in der Wismarschen Straße 300 in Schwerin ihre Arbeit aufnehmen. "Derzeit laufen die Umbauarbeiten in dem Haus", sagt Oberkirchenrat Dr. Rainer Rausch, zuständig für Rechtsfragen. Rund 70 Mitarbeiter aus den bisherigen Kirchenkreisverwaltungen in Wismar und Parchim sowie Beschäftigte des jetzigen Oberkirchenrates werden nach seinen Angaben in der neuen Verwaltung tätig sein. Außenstellen gäbe es in Neu brandenburg und Güstrow.

Im Gebäude des bisherigen Ober kirchenrates in der Münzstraße 8-10, in dem derzeit auch der mecklenburgische Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn sein Büro hat, soll von 2013 an der Bischof der Nordkirche residieren. Der künftige Bischof im Sprengel werde in dem Haus ebenfalls Räume haben, so Rausch. Etwa 20 bis 30 Mitarbeiter würde n in der Außenstelle des Kieler Landeskirchenamtes aller Voraussicht nach Beschäftigung finden.

Ursprünglich hatte die 190 000 Mitglieder starke Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs geplant, ihre Verwaltung im ehemaligen Post- und Fernmeldeamt zwischen Mecklenburg- und Bischofstraße zu bündeln (wir berichteten). "In dem Gebäude in der Wismarschen Straße sind jedoch Räume vorhanden, die sich mit gerin gerem Aufwand als Büros herrichten lassen", erklärt Rausch.

Direkte Auswirkungen der neuen Kirche nstruktur auf das Gemeinde leben erwartet der Oberkirchenrat vorerst nicht. Bei allen positiven Erwar tungen an die Nordkirche sei jedoch auch klar, dass Ent scheidungen etwa über die Be setzung von Pasto ren-Stellen auch in der Landes hauptstadt künftig auf der großen Ebene ge troffen würden, erklärt Rausch. Fest stehe au ßerdem, dass sich der Anteil der Schweriner Vertre ter in der größeren, künftig gemein samen Lan dessynode gegenüber der bisherigen mecklenburgischen Synode deutlich verringern werde.

Knapp 11 700 Mitglieder hat die Evangelisch-Lutherische Landeskirche aktuell in der Landeshauptstadt. Insbesondere durch Wegzug verliere die Kirche auch in Schwerin weiterhin Mitglieder, berichtet Rausch, der aber gerade im Bischofssitz eine große Chance sieht. "Die Wahr nehmung der Kirche wird sich erhöhen, wenn der gemeinsame Bisch of im Schweriner Dom spricht."

Dass der künftige Bischof der Nordkirche, der auch im Lübecker Dom predige n soll, seinen Sitz in Schwerin nimmt, bewertet auch der Propst der Evangelischen Kirche in Schwerin, Holger Marquardt, als Trumpf. "Christen aus ganz Norddeutschland und darüber hinaus werden auf die Stadt blicken. Das tut unserem Selbstbewusstsein gut", sagt Marquardt. So könnte die Nordkirche durchaus einen Schub auch für das Gemeindeleben vor Ort bedeuten.

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