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Von Raben Steinfeld nach China : Bis nach Shanghai programmiert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Informatiker Sören Schwertfeger wuchs in Raben Steinfeld auf, studierte in Bremen und lebt nun in China mit Bienenstich und Robotern

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Bienenstich, ein Haushalts-Roboter, Shanghai, Raben Steinfeld, Spaceshuttles und Bratkartoffeln. Auf den ersten Blick gehören all diese Begriffe nicht zusammen. Doch es gibt ein verbindendes „Zentrum“, von dem diese Begriffe ausgehen und die ihnen Sinn und Zusammenhang geben: Sören Schwertfeger. „Bratkartoffeln, die vermisse ich wirklich“, gesteht der 38-Jährige und muss ein wenig schmunzeln. Denn die Stadt, in der der Raben Steinfelder seit 2014 lebt, macht vieles möglich, ist hochmodern und mit rund 23 Millionen Einwohnern eine der größten der Welt. Doch Bratkartoffeln gibt es nicht in der Metropole Shanghai.

Die familiäre Situation, aber auch sein Beruf haben Sören Schwertfeger vor drei Jahren in die Millionenstadt der Volksrepublik China verschlagen. „Ich arbeite als Assistent Professor an einer Uni in der Stadt“, erzählt der in Raben Steinfeld aufgewachsene Mann bei Kaffee und Erdbeerkuchen. Entspannt und bodenständig wirkt Sören Schwertfeger, der gerade zu Besuch in der Heimat ist. Dabei ist die Karriere des 38-Jährigen durchaus beeindruckend: An der Universität in Bremen hat er Informatik und nebenbei Physik studiert. Nach seinem Diplom hat er ebenfalls in Bremen seinen Doktortitel gemacht. Heute programmiert er Roboter an einer Universität, die erst 2013 in Shanghai gegründet wurde und zum Aushängeschild des Landes werden soll. Schwertfegers Team ist international: Luxemburger, Brasilianer, Chinesen und Deutsche zählt der Mann, der auf dem Großen Dreesch zur Schule gegangen ist, zu seinen Kollegen. Auch der New York Times durfte er bereits ein Interview geben.

Ohne Überheblichkeit berichtet Sören Schwertfeger von seinem Leben. Sich selbst bezeichnet er mit einem Augenzwinkern als „Nerd“. „Ich weiß noch, dass ich als Kind schon immer den Wunsch hatte, im Beruf Knöpfe drücken zu dürfen. Das mache ich ja jetzt“, erzählt der Vater einer Tochter, die ebenfalls in Shanghai lebt. Sein eigener Vater, Detlef Schwertfeger, erzählt nicht ohne Stolz, dass „der Filius immer technikbegeistert war“. Mit seinem Sohn sei er immer zu den Montagsdemonstrationen gegangen. Nach der Wende gab es dann den ersten eigenen Computer für den wissbegierigen Sohn.

Heute würde sich der Spaceshuttle-Fan über einen eignen Haushalts-Roboter freuen. Roboter sind feste Bestandteile in seinem Leben. „Ich habe das Glück sagen zu können, dass ich kein Hobby brauche. Meine Arbeit erfüllt mich“, erzählt er. In der chinesischen Metropole fühlt er sich wohl. Die Sprachkenntnisse muss er noch verbessern, aber Deutschland ist in Shanghai präsent. Es gibt deutsche Restaurants, allerdings nur bayerische. Auch deutsche Schulen und eine deutsche Bäckerei hat er in unmittelbarer Nähe. Dort kauft er sich ab und zu Bienenstich. Dann ist die Heimat ganz nah für den Raben Steinfelder in Shanghai.

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