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Schwerin: Rückschnitt war nur zur Buga erlaubt : Biotop im Burgsee soll wachsen

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Gestrüpp oder Biotop? Der Blick über den Burgsee ist jetzt von der Graf-Schack-Allee weitgehend frei, die Bäume und Büsche in dem naturbelassenen Bereich an der Promenade haben ihre Blätter abgeworfen.

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erstellt am 18.Nov.2011 | 11:18 Uhr

Schwerin | Gestrüpp oder Biotop? Der Blick über den Burgsee ist jetzt von der Graf-Schack-Allee weitgehend frei, die Bäume und Büsche in dem naturbelassenen Bereich an der Promenade haben ihre Blätter abgeworfen. Und damit flammt erneut die Diskussion über einen Gehölzrückschnitt in dem Areal auf, den viele Schweriner fordern, um die zur Buga sanierte Uferkante und neu angelegte Promenade besser in Szene zu setzen.

"Keinesfalls", so die eindeutige Antwort von Arndt Müller vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schwerin. Nur für die Bundesgartenschau 2009 sei ein einmaliger Rückschnitt auf zwei Meter Höhe akzeptiert worden. Das sei der Kompromiss gewesen, der 2006 nach monatelangem Streit mit der Stadt schließlich vor Gericht als Vergleich ausgehandelt worden war, berichtet Müller.

Als letzte Ausgleichsmaßnahme für die Buga-Eingriffe in die Natur am Burgsee hatte das Biotop an der Uferkante zur Graf-Schack-Allee im vergangenen Jahr noch einen Wellenschutz aus gerammten Douglasienstämmen erhalten. Dieser schützt die jungen Röhrichtpflanzen, die nahe der Promenade auf rund 650 Quadratmetern auf Kokosmatten in den Seegrund gesetzt worden waren.

Dass die Schutzmaßnahmen für die naturbelassenen Bereiche durchaus gerechtfertigt und notwendig waren, sieht der Naturschutz-Referent des Schweriner BUND durch die Entwicklung der Flora und Fauna des Burgsees bestätigt. "Das Biotop hat sich gut entfaltet. Es ist ein gern angenommener Rückzugsraum für viele Tierarten", berichtet Müller. Fischreiher seien fast ständig im Unterholz zu sehen, auch diverse Entenarten wurden beobachtet, neben den allgegenwärtigen Stockenten beispielsweise Tafel-, Reiher- und Kolbenenten. Die alten Reusenstangen sowie zusätzlich eingesetzte Pfähle würden gern von Flussseeschwalben und anderen Vögeln als Rastplatz genutzt. "Sogar der Fischadler wurde schon über dem Burgsee gesichtet, als er dort seine Kreise zog", berichtet Müller. Diese Artenvielfalt an dem innerstädtischen Gewässer sei eindeutig dem dortigen Biotop zu verdanken. Deshalb sollte aus Naturschutzgründen auch die Nutzung des Burgsees für Veranstaltungen wie etwa Regatten und Schwimmwettkämpfe und für den Schiffs- und Bootsverkehr zurückgefahren oder besser noch ganz ausgeschlossen werden, fordert der BUND.

Das heutige Biotop mit Weidenbestand und Röhrichtpflanzen entstand als Wildwuchs auf in den 80er-Jahren verkipptem Bauschutt. Ein Teil davon war am südlichen Rand des Gewässers zur Buga wieder ausgebaggert worden für den Bau der Schwimmenden Wiese und der Terrasse am Bertha-Klingberg-Platz, ein mehrere hundert Quadratmeter großes Biotop am Westufer des Sees musste jedoch weitgehend unberührt bleiben.

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