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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 03:40 Uhr

Wir in Dümmer : Biomasse sorgt für wohlige Wärme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Parumer Firma beheizt eigene Büroräume und eine angrenzende Gärtnerei

von
erstellt am 19.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Mollig warm ist es in den Büroräumen des Unternehmens „Parumer Bioenergie“. „Wir heizen mit der Abwärme unserer Biogasanlage“, erklärt Gottfried Lüken. Er ist der Inhaber des Unternehmens und betont: Hier werden ausschließlich biologische Abfälle wie Speisereste aus der Gastronomie und der Nahrungsmittelindustrie vergoren. Bis zu 120 Tonnen seien es am Tag. Die Laster rollen aus der norddeutschen Region an. Aus der Biomasse entsteht Gas, das in drei Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umwandelt wird. 2100 Kilowatt speist das Unternehmen in der Stunde in das Netz des regionalen Stromversorgers Wemag ein. Zum Vergleich: Ein Haushalt mit vier Personen verbraucht im Jahr durchschnittlich 4400 Kilowattstunden.

Die bei der Stromerzeugung anfallende Restwärme nutzt das Unternehmen zum Teil selbst. Der Großteil aber wird an die Parumer Biogärtnerei geliefert, die sich in Nachbarschaft befindet. Und die Reststoffe aus den Gärbehältern werden als Dünger landwirtschaftlich verwertet.

20 Mitarbeiter beschäftigt der Unternehmer mittlerweile. Sie kommen aus Parum, Perlin Dümmer, Wittenburg, Schwerin. Anfangs, so erinnert sich der 49-Jährige, waren es zwei.

Dass sich Gottfried Lüken mit seine Firma in Parum niedergelassen hat, sei dem Zufall geschuldet, erzählt er. Der Landwirtschaftsmeister hatte in Niedersachsen den elterlichen Hof mit Milchviehhaltung übernommen. Einige Jahre später habe er gemerkt, dass es für ihn im Kreis Cloppenburg keine Entwicklungsmöglichkeiten gab. Er schaute sich in den neuen Bundesländern, gezielt im Norden, um und stieß in Parum auf leere Ställe der einstigen LPG. Er übernahm und modernisierte sie mit Hilfe von Fördermitteln. Lüken begann mit Milchviehhaltung, gab diese später wieder auf. Er konzentrierte sich auf Biogas und gründete die Firma Parumer Bioenergie, baute sie schrittweise aus. Zuerst standen zwei Gärbehälter auf dem Betriebshof, heute sind es sechs. Bei der Vergärung kommt es auch zu Gerüchen. Doch es gibt Regeln und Grenzwerte. „Die Behörden achten auf deren Einhaltung“, sagt Gottfried Lüken. Die Firma lege großen Wert darauf, dass Beeinträchtigungen minimal bleiben. Schließlich, so betont er, sei ihm ein gutes Auskommen mit der Gemeinde und den Einwohnern wichtig.

Der 49-Jährige selbst wohnt in Dümmer und freut sich, dass er damals, 1993, gut aufgenommen worden ist. Das habe er nicht vergessen. Als in Parum dann ein neues Vereinshaus her sollte, initiierte Gottfried Lüken das Projekt. Seine Firma übernahm die Kosten für die Baugenehmigung. Diese war Voraussetzung, dass die Sportgemeinschaft Fördermittel beantragen und die Gemeinde ihr Projekt umsetzen konnte. Und als das Haus fertig war, fehlte eine Flutlichtanlage. Auch hierfür spendete der Unternehmer.

Gottfried Lüken spielt selbst Fußball – mittlerweile in der Alt-Herren-Mannschaft der SG Parum. Da, so Lüken, dreht sich nicht alles um den Ball. Zu schätzen weiß er auch die Geselligkeit.

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