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22. November 2017 | 08:38 Uhr

Biogasanlage stinkt nicht mehr

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 07:14 Uhr

Wüstmark | Jetzt stinkt nichts mehr: Im vergangenen Sommer waren die Emotionen der Wüstmarker auf einer Bürgerversammlung hochgekocht. Gülle-Gerüche waren über Vossens Tannen und Wüstmark gezogen, lange hatten die Anwohner zwischen städtischem Beschwerdemanagement, den Stadtwerken und dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt vergeblich nach Abhilfe gesucht. Inzwischen haben die städtischen Unternehmen reagiert - und tüchtig investiert. "Wir haben erkannt, dass wir uns des Themas annehmen müssen", sagt Lutz Nieke, Werkleiter der Schweriner Abwasserentsorgung (SAE), zu der auch die Kläranlage in Süd gehört.

Selbstverständlich war das nicht. Denn als Genehmigungsbehörde ist eigentlich das Staatliche Amt zuständig. Doch die SAE und die BioEnergie Schwerin GmbH, die die Biogasanlage in Süd betreibt, handelten. "Als kommunale Unternehmen sind wir doch dem Bürger verpflichtet", sagt Nieke. Und schließlich ging es um Geruchsbelästigung aus ihren Anlagen. "Um die Situation zu verbessern, haben wir uns mit den Ortsbeiräten, dem Staatlichen Amt und dem Umweltamt der Stadt abgestimmt", berichten Nieke und sein Kollege von BioEnergie, Gerd Burmeister, unserer Zeitung.

So haben die Unternehmen nicht nur selbst alle technischen Anlagen überprüft, sondern auch ein Emissions-Gutachten in Auftrag gegeben. Mehr als 10 000 Euro haben die Unternehmen dafür investiert. Die Ergebnisse sollen im kommenden Monat vorliegen. Pa rallel fließt auch Geld in die Anlagen selbst. "Der Grund für die Geruchsbelästigung im vergangenen Juli war eine defekte Plane. Durch einen Riss drang Gas ins Freie", berichtet Gerd Burmeister von den Problemen an der 2007 gebauten Biogasanlage. "Offensichtlich war die Haltbarkeit überschritten. Wir werden daher jetzt alle drei Jahre die Planen komplett tauschen."

Auch auf der Kläranlage wird eifrig investiert.Die potenzielle Haupt-Emissionsquelle, die Rechen-Station, haben Handwerker komplett erneuert. Dort kommen die Abwässer an und werden mit Hilfe der Rechen von Fäkalien und andere Feststoffe getrennt, diese werden anschließend verpresst. "Hier haben wir unter anderem die komplette Abluftbehandlungsanlagen erneuert", berichtet die für die Kläranlage zuständige Bereichsleiterin Kornelia Danneberg. Derzeit werde die Elektronik erneuert. Letztendlich gäbe es zu einer deutlichen Verringerung der Gerüche.

Darüber hinaus haben beide Unternehmen eine telefonische Geruchs-Hotline eingerichtet und die Rufnummer per Postwurfsendung allen Anwohnern in Wüstmark und Vossens Tannen mitgeteilt. "Bürger sollen mit ihren Anfragen nicht mehr hin und her geschubst werden", sagt SAE-Chef Lutz Nieke. Die Hotline ist rund um die Uhr besetzt, auch an Sonn- und Feiertagen. "Wir können dadurch auf Beschwerden wesentlich schneller reagieren, wenn die Information inhaltlich verwertbar direkt zu uns kommt", sagt Nieke. In den ersten 14 Tagen seit der Schaltung der Rufnummer habe es drei Anrufe gegeben. Zwei davon waren laut Nieke berechtigt und auf die Bauarbeiten an der Rechen-Station zurückzuführen.

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