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Rostocker Unternehmerin vertreibt Fleisch von glücklichen Kühen : Bio-Rind aus MV im Internet

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Susanne Marx betreibt von ihrem Büro im Erdgeschoss aus "Mycow.de", einen Bestellservice für Bio-Rindfleisch direkt vom Erzeuger. Wer will, kann sein künftiges Steak sogar auf der Weide besuchen.

Rostock | Das gelbe Mehrfamilienhaus in einer Rostocker Wohngegend sieht nicht gerade nach einem Schlachthof aus. Dennoch gehen von hier aus Rinderfilets, Braten, Rouladen und Rindswürste auf die Reise in die ganze Bundesrepublik. Susanne Marx betreibt von ihrem Büro im Erdgeschoss aus "Mycow.de", einen Bestellservice für Bio-Rindfleisch direkt vom Erzeuger. Das Besondere daran: Das Fleisch ist zum einzelnen Tier rückverfolgbar. Wer will, kann sein künftiges Steak sogar noch auf der Weide besuchen.

"So ganz genau wollen die Kunden die Herkunft dann meist aber doch nicht wissen, das ist zu viel des Guten", sagt Marx. Sie selbst schaut sich die Tiere in den Betrieben, mit denen sie zusammenarbeitet, aber genau an. Den Rindern soll es gut gehen, bevor sie zum Schlachter kommen. Vier Bio-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liefern Fleisch in der Qualität, in der die Unternehmerin es haben will.

Etwa der Hof von Stefan Koch. Der gelernte Maurer hält im Nebenerwerb 30 Rinder der Rasse Galloway. Die vergleichsweise kleinen, zotteligen Tiere grasten das ganze Jahr über draußen und bekämen Heu aus eigener Produktion, einen Stall gebe es nicht, sagt Koch. Von Susanne Marx Idee erfuhr er über einen Bericht im Fernsehen und war gleich überzeugt. "Mir war es wichtig, dass wir unsere Rinder auch als etwas Besonderes verkaufen."

Wenn eines von Kochs Tieren schlachtreif ist, klingelt bei Marx das Telefon, und es wird ein Termin zur Schlachtung und Weiterverarbeitung vereinbart. Noch während das Rind auf der Weide grast, gehen auf "Mycow.de" die Bestellungen ein. Geordert werden können immer nur ganze Pakete mit fünf Kilogramm gemischtem Fleisch.

"Das Rind ist leider nicht so gebaut, dass ich überall Filet rein packen kann", sagt Marx. Um nichts zu verschwenden, enthalten die Pakete daher auch Wurst, Suppenfleisch und Gulasch. Filets und Hüftsteaks sind nur im teuersten "Premiumpaket" für 140 Euro enthalten.

Die Idee zum Fleischversand kam der 33-Jährigen auf einer Weltreise. "Da habe ich in verschiedenen Ländern in der Landwirtschaft gearbeitet und für mich entdeckt, wie schön es ist zu wissen, wo das Essen herkommt." Zurück in Mecklenburg-Vorpommern reifte in der gebürtigen Schwerinerin dann der Plan, mit hiesigen Ökobauern zu kooperieren und deren Produkte in ganz Deutschland bekanntzumachen.

Ihre Kunden achteten auf bewusste Ernährung und Qualität, seien aber meist keine "eingefleischten Ökos". Wer bei ihr Fleisch bestelle, verfahre nach dem Motto "lieber selten und vernünftig" und wisse ein Stück gutes Fleisch zu schätzen. Auf ihrer Homepage tauschen die Kunden Kochrezepte und Tipps aus, wie ein perfekter Rinderbraten gelingt, und geben sofort Feedback, ob das mit Liebe großgezogene Tier auch geschmeckt hat.

Ganz vom Fleischhandel leben kann Marx noch nicht, nebenbei arbeitet sie als Unternehmensberaterin. Für die Zukunft wünscht sie sich aber, ihren Service ausbauen zu können. Ein erster Schritt dahin ist ihr neuestes Angebot: Seit kurzem gibt es auch Fleisch von glücklichen Schweinen. Gekühlt und vakuumverpackt wird es auf Bestellung direkt an die Haustür geliefert.

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erstellt am 07.Dez.2011 | 10:21 Uhr

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