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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 22:37 Uhr

Sülte : Bio-Knollen unter neuem Dach

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kartoffelmarkt Sülte investiert in große Abpackhalle: strikte Trennung erleichtert Arbeit der 26 Angestellten

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 17:25 Uhr

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kartoffeln im Jahr schwankt zwischen 55 und 65 Kilo. Steffen Schwedt ist sogar der Ansicht, er sinkt. Dennoch investiert sein Arbeitgeber, die Kartoffelmarkt Sülte GmbH, in eine neue Halle für die Bio-Knollen. Rund 670  000 Euro sind in den Hallenneubau geflossen – 20 Prozent sind Fördermittel vom Land. Gestern wurde er offiziell übergeben. Recht schlicht von außen, aber dennoch gewaltig groß: „Die neue Abpackhalle ist 36 Meter lang und 20 Meter breit. Das sind 720 Quadratmeter Nutzfläche. Eigentlich zu viel Platz“, sagt Steffen Schwedt. Denn statt möglicher 6000 Tonnen werden aller Voraussicht nach 2000 Tonnen Bio-Kartoffeln dort den Weg in die Tüte finden. „Es war einfach nicht möglich, eine kleinere Halle zu bauen. Der Platz für die Grundausstattung mit Maschinen ist immer gleich“, erklärt der Geschäftsführer. Doch der Bau bringt vor allem Vorteile im Arbeitsablauf. „Bislang verpacken wir noch Bio-Produkte und auch Zwiebeln und Kartoffeln aus konventioneller Herstellung zwar zeitlich getrennt voneinander, aber in einer Halle“, betont Schwedt. Und so mussten seine Mitarbeiter bisher immer erst eine Charge verarbeiten, die Halle komplett reinigen und erst dann konnten die Bioprodukte verpackt werden. „Wir hatten bei allen Kontrollen zwar nie irgendwelche Auffälligkeiten, doch der Aufwand ist auf Dauer zu groß, immer alles zu reinigen“, sagt der Geschäftsführer der Kartoffelmarkt Sülte GmbH.

Die Idee für die neue Verpackungshalle schlummerte schon einige Zeit in der Schublade, doch richtig ernst wurde es vor einem halben Jahr. „Da haben wir mit dem Bau begonnen und nun sind wir fertig“, sagte Schwedt mit einem freudigen Strahlen. Zwar fehle noch eine Abzugsanlage für den Staub, die werde aber „demnächst“ montiert, ergänzte er.

Gestern gab es aber erst einmal großen Bahnhof: Alle am Bau beteiligten Firmen waren vertreten, Verkaufspartner und auch Vertreter des Landwirtschaftsministeriums kamen zur Einweihung der neuen Halle. Und sie konnten nicht nur moderne Technik, sondern auch eine neue Verpackung bestaunen: „Wir haben zusammen mit unserem größten Abnehmer eine neue Tüte entworfen, die dem Kunden nicht nur signalisiert, dass wir Mitglied im Projekt ,Landwirtschaft für Artenvielfalt’ sind, das im Auftrag des Anbauverbandes Biopark und des WWF Deutschland entstanden ist, sondern auch, wo genau die Kartoffeln herkommen sowie den Abpackort Sülte“, erklärt Steffen Schwedt.

Bringen solche Neuerungen auch mehr Arbeitsplätze? Schwedt schüttelt den Kopf: „Wir müssen erst einmal die Investitionen wieder reinbekommen“, sagt der Geschäftsführer. Zudem hofft er, dass mit dem steigenden Verkauf von Bio-Kartoffeln die sinkenden Verkaufszahlen bei den konventionellen Knollen abgefedert werden. „Denn es geht vor allem darum, die vorhandenen 26 Arbeitskräfte zu halten“, so sein Ziel.

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