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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 07:02 Uhr

Outlet-Center : Billige Markensachen in Schwerin?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach SVZ-Informationen ist im Haselholz ein Factory-Outlet-Center im Gespräch. 10 000 Quadratmeter sollen genutzt werden

von
erstellt am 01.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Müssen die Pläne für ein Factory-Outlet-Center in Wittenburg zu den Akten gelegt werden? Möglich wäre das, denn nach SVZ-Informationen ist ein solches Zentrum für den Verkauf von hochwertiger Markenware zu Niedrig-Preisen auch für Schwerin im Gespräch. Konkret soll es um 10  000 Quadratmeter im Fachmarktzentrum im Haselholz gehen.

„Ich kann mir ein Factory-Outlet-Center gut in Schwerin vorstellen“, sagte Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum. „Am liebsten wäre es mir in der Innenstadt, aber auch am Stadtrand im Haselholz wäre die Einrichtung akzeptabel.“

Der Einzelhandel hält sich mit Aussagen zu einem Factory-Outlet in Schwerin noch zurück. „Wir müssten erst einmal die Sortimente kennen, die dort angeboten werden sollen“, sagte Kai-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord-Ost, auf SVZ-Nachfrage.

Das von der Van-der-Falk-Gruppe in Wittenburg geplante Outlet-Center, in dem Markenware aus Überschussproduktion oder aus der Vorjahres-Kollektion zu reduzierten Preisen angeboten werden soll, sorgt derzeit in der Landeshauptstadt für Unmut. Die Stadtvertreter hatten bei nur zwei Gegenstimmen beschlossen, dass die Oberbürgermeisterin gegen den Bau Widerspruch einlegen soll (SVZ berichtete). Hintergrund ist, dass der Schweriner Einzelhandel deutliche Umsatzeinbußen befürchtet. Die Bürgermeister aus Wittenburg, Zarrentin und Hagenow dagegen sehen zusätzliche wirtschaftliche Impulse für die ganze Region und schütteln nur den Kopf über die Schweriner Position. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hatte deshalb verkündet, nach einem Kompromiss zu suchen.

Ein Factory-Outlet-Center in Schwerin könnte das Aus für ein solches Zentrum in Wittenburg bedeuten. Denn nach dem Regionalen Raumentwicklungsprogramm kann ein solches Center nur im Oberzentrum gebaut werden – das wäre in Schwerin. Allerdings arbeitet das Landesministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung gerade an einem so genannten Zielabweichungsverfahren. Ginge das positiv aus, wäre Wittenburg weiter im Spiel.

Es ist nicht das erste Mal, dass über ein Factory-Outlet-Center in Schwerin nachgedacht wird. Vor etwa zehn Jahren ging es sogar um das jetzt ins Auge gefasste Areal in der Gartenstadt. Der Hotel Fritz Reuter GmbH (HFR), einer Tochter der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), gehörten die Flächen. Weil das Unternehmen damals dringend Geld brauchte, sollten die Grundstücke für ein Einkaufszentrum verkauft werden. Auch Ikea hatte einmal angefragt, ob die Stadt sich eine „Light-Variante“ des Möbelhändlers im Zusammenhang mit einem Outlet-Center vorstellen könnte. In der Diskussion stand da eine Fläche neben dem Bauhaus-Baumarkt an der Ecke Ludwigsluster Chaussee, Karl-Marx-Allee. Und in der Innenstadt war das Areal zwischen Mecklenburgstraße, Geschwister-Scholl-Straße. Goethestraße, Schlossstraße im Gespräch. Diese Pläne zerschlugen sich aber, nachdem das so genannte Schauburg-Areal von Peek & Cloppenburg wieder verkauft worden war.

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