Aus Gymnasium wird Bürgertreff : Bildungszentrum für Mueßer Holz

Aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden soll das alte Schliemanngymnasium.
Aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden soll das alte Schliemanngymnasium.

Volkshochschule gewinnt Bundespreis mit Projektidee zum Umbau des alten Schliemanngymnasiums in einen Bürgertreff

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28. März 2016, 09:00 Uhr

Die Landeshauptstadt bekommt 3,8 Millionen Euro von der Bundesregierung für eine innovative Projektidee. Bauministerin Barbara Hendricks hatte ein Förderprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur ausgeschrieben und mehr als 1000 Bewerbungen bekommen. Zu den wenigen Ausgewählten, die den Zuschlag bekommen haben, gehört auch ein Vorhaben aus MV: das Projekt der Schweriner Volkshochschule für den Umbau des ehemaligen Schliemanngymnasiums in ein Bildungs- und Bürgerzentrum.

„Ich freue mich, dass unsere Anstrengungen, nachhaltig in Bildung und Bürgernähe zu investieren, die Unterstützung des Bundes finden“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Schwerin bekomme eine ungewöhnlich hohe Förderung von 90 Prozent. Die Mittel sind projektbezogen und fließen nur deshalb, weil das Vorhaben der Volkshochschule genau die geforderten Kriterien erfüllt: Bildung, Integration, soziale Entwicklung. Susanne Kapellusch, Fachbereichsleiterin der Volkshochschule, erläutert die Pläne: „Unter einem Dach und wohnortnah wollen wir quartierspezifische Bildungs-, Informations- und Kulturangebote unterbreiten.“ Das Projekt sieht vor, das alte Schliemanngymnasium, also einen DDR-typischen Platten-Schulbau, grundlegend zu sanieren, den Innenhof zu überdachen und ein Atrium zu schaffen. Einziehen soll in die eine Hälfte die Schule am Fernsehturm, in die andere Hälfte der Dreescher Volkshochschulzweig mit den Schulabschlusskursen, der beruflichen Bildung sowie Gesundheits- und Deutschkursen. Außerdem werden in diesen Teil des Gebäudes der sozial-integrative Stadtteiltreff eine Heimstatt finden, das Bürgerbüro und verschiedenen Vereine. Das neue Atrium wird als zentraler Veranstaltungsort für Musik, Lesungen und Versammlungen fungieren.

„Wir wollen in einem sozialen Brennpunktgebiet wohnortnahe Bildungs- und Kulturangebote unterbreiten, damit die Hemmschwelle möglichst gering gehalten wird“, sagt Kapellusch. Nur so könne Integration gelingen. Dass diese Idee funktioniert, zeigt die steigende Zahl der Besucher in der Dreescher Volkshochschul-Außenstelle.

Passgenau zum Erfolg - ein Kommentar von Bert Schüttpelz
Warum aus ganz MV nur das Schweriner Volkshochschulprojekt aus dem Sonderprogramm des Bundes gefördert wird, hat einen einfachen Grund: Weil es passgenau zugeschnitten ist auf aktuelle Bedürfnisse. Das Bildungs- und Bürgerzentrum ist eine gute Basis für Integration, aber nicht alleine. Bildung für alle wird ebenso gefördert wie Kultur. Das braucht Schwerin.
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