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Antrags- und Abrechnungsverfahren soll unbürokratischer werden : Bildungskarte soll Tür zum Fördergeld öffnen

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In Schwerin sollen mehr Kinder in den Genuss von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket kommen. Erreicht werden soll dies mit einer elektronischen Bildungskarte, mit der unkompliziert abgerechnet werden kann.

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erstellt am 23.Apr.2013 | 10:35 Uhr

Schwerin | In der Landeshauptstadt sollen künftig noch mehr Kinder in den Genuss von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes kommen. Das ist das erklärte Ziel von Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Sozialdezernent Dieter Niesen. Erreicht werden soll es mit einer elektron ischen Bildungskarte, mit der Vereinsbeiträge sowie Kosten für Mittag essen, Klassenfahrten, Schülerbeförderung und Lernförderung unkompliziert abgerechnet werden können. Einen entsprechenden Vorschlag will die Verwaltung heute in den Hauptausschuss einbringen. Bereits im Juni soll die Stadtvertretung über das Vorhaben entscheiden.

"Zwei Jahre Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes haben auf kommunaler Ebene gezeigt, dass es einfacher und unbürokratischer gehen muss, wenn wir Kindern und Jugendlichen aus ein kommensschwachen Familien die Bildungs-, Kultur- und Sportangebote in unserer Stadt zugänglich machen wollen", sagte gestern Oberbürgermeis terin Gramkow. So seien im ver gan genen Jahr 1,7 Millionen Euro und dami t knapp die Hälfte der vom Bund bereit gestellten Mittel nicht ausge geben worden. Mittlerweile erreiche das Paket zwar etwa 80 Prozent der rund 5700 leistungsberechtigten Mädchen und Jungen in der Landeshauptstadt, die Zahl lasse sich aber immer noch steigern , so Gramkow.

"Wir sind mit dem Bildungs- und Teilhabepaket nach anfänglichen personellen Problemen inzwischen gut unterwegs", erklärte Sozialdezernent Niesen. Eine Stadt wie Erfurt beweise allerdings, dass bei den erreichten Kindern und Jugendl ichen auch eine Quote von 97 Prozent machbar sei. Dieses Ziel peile Schwerin nun mit der Bildungskarte an, betonte Niesen. Mit der Karte solle das Antrags- und Abrechnungsverfahren grundlegend vereinfacht werden. Ein Zuschuss zu einer eintägigen Klassenfahrt etwa könne dann auch von der Schulsekretärin bearbeitet werden.

Auf der elektronischen Chipkarte würden die bewilligten Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets für die anspruchsberechtigten Kinder und Jugendlichen über ein virtuelles Konto "gutgeschrieben", erläuterte die Leiterin des Amtes für Soziales und Wohnen, Barbara Diessner. Bei Vorlage der Bildungskarte könnten so die verschiedenen Leistungen unmittelbar bei einem Leistungserbringer wie beispielsweise einem Sportverein oder Essensanbieter abgefordert werden. Die Abrechnung erfolge zwischen Leistungsanbieter und dem Amt für Soziales und Wohnen, so Diessner.

Stimme die Stadtvertretung den Plänen der Verwaltung zu, denn könnte die Bildungskarte im zweiten Halbjahr auf den Weg gebracht werden, sagte Sozialdezernent Niesen. Gespräche mit Vereinen und anderen Leistungserbringern müssten freilich noch geführt werden.

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