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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 00:21 Uhr

Berufsschüler kämpfen : Bildungskampf gewonnen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Weichen sind gestellt: Evangelische Altenpflegeschule kommt nach Schülerprotesten jetzt wieder in ruhiges Fahrwasser

von
erstellt am 19.Okt.2014 | 23:00 Uhr

Die Lehrer sind zurück und es gibt auch wieder Stundenpläne, die für einen geregelten Unterricht an der Evangelischen Altenpflegeschule in der Alexandrinenstraße sorgen. Nach chaotischen Zuständen in den vergangenen eineinhalb Monaten und einer Online-Petition der Schüler gegen die unbefriedigende Situation hat der Träger der Bildungseinrichtung, das Diakoniewerk „Neues Ufer“ Rampe, die Reißleine gezogen und eine neue Schulleitung eingesetzt.

Was war geschehen? Am 5. Oktober hatten Schüler der Evangelischen Altenpflegeschule eine Online-Petition veröffentlicht, unter der binnen weniger Tage fast 200 Unterschriften standen. Die Autoren des Aufrufs, die Lernenden, hatten Angst, ihre Ausbildung zu verlieren. Sie machten sich Sorgen, dass die Schule geschlossen werden könnte und sie nicht nur ohne Schul-, sondern auch ohne Arbeitsvertrag bleiben.

Denn Anlass zur Sorge gab es mehr als genug: Schüler berichteten, dass seit sieben Wochen die meisten der zwölf Lehrer ständig abwesend und die verbliebenen völlig ausgepowert waren. Es habe keine konkreten Stundenpläne mehr gegeben, Unterricht fiel in großem Maße aus. „Wir haben immer erst morgens erfahren, welche Unterrichtsfächer wir haben und wie lange sie dauern. Die verbliebenen Lehrer wussten das auch nicht früher“, berichteten Schüler gegenüber SVZ. Es habe zudem Gerüchte gegeben, dass viele Lehrer die Schule verlassen wollten. Auch die Lernenden hatten bemerkt, dass sich das Klima in der Schule seit Anfang des Jahres geändert hatte und mit ihnen nicht mehr geredet wurde.

„Das Problem war nicht allein die Schulleiterin. Es gab eine unglückliche Verknüpfung vieler Umstände“, erklärte Thomas Tweer, Geschäftsführer des Diakoniewerks „Neues Ufer“. Seiner Ansicht nach habe die jetzt ersetzte Schulleiterin eine gute Arbeit gemacht, es habe jedoch Kommunikationsprobleme gegeben. Erschwerend hinzu kamen Krankheiten von Lehrern und ihrer Kinder und die Sommerferien.

Als Reaktion auf die Online-Petition und im Ergebnis zahlreicher Gespräche hat der Träger nun einen großer Schritt gemacht: Die alte Schulleitung wurde durch eine neue ersetzt. Mittlerweile arbeiten auch fast alle Lehrer wieder, so Tweer.

Sehr froh darüber sind vor allem die Schüler selbst, für die auch das Gespräch mit dem Geschäftsführer besonders wichtig war. Sie akzeptieren, dass noch nicht wieder alles beim Alten sei, doch sie sind zufrieden. Tweer wiederum betonte, er schätze den Zusammenhalt der Schüler und die Art und Weise ihren Aktionen hoch ein und freue sich, dass die Dozenten und Schüler wieder zusammen ihren Weg gehen.

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