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Obdachlosenheim Schwerin : Bewerber bessern Angebote nach

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Der künftige Betrieb des Schweriner Obdachlosenheims ist immer noch nicht geklärt. In den kommenden Tagen sollen die vier Bewerber die Gelegenheit bekommen, noch einmal ein überarbeitetes Angebot vorzulegen.

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erstellt am 09.Okt.2012 | 08:12 Uhr

Schwerin | Der künftige Betrieb des Schweriner Obdachlosenheims in der ehemaligen Kita "Kirschblüte" ist immer noch nicht geklärt. In den kommenden Tagen sollen die vier bisherigen Bewerber die Gelegenheit bekommen, noch einmal ein überarbeitetes Angebot vorzulegen. "Wir setzen damit den Beschluss des Rostocker Oberlandesgerichtes vom Juni dieses Jahres um", sagt Schwerins Haupt amtsleiter Hartmut Wollenteit. Voraussichtlich zum 1. Dezember wolle die Stadt dann den Zuschlag für die Bewirtschaftung der Unterkunft am Mittelweg erteilen.

Mit der Möglichkeit zur Nachbesserung der vorliegenden Angebote eröffnet die Stadt eine neue Runde in der beinahe unendlichen Geschichte um das neue Obdachlosenheim. Dabei sah es zunächst beim Betrieb nicht nach einer Hängepartie aus: Vor gut einem Jahr ging der Förderkreis der evangelisch-luth erischen Bernogemeinde aus der Weststadt als Gewinner aus der Ausschreibung hervor. Er erhielt jedoch dann nicht den Zuschlag, weil der Betreiber des früheren Obdachlosenheims in der Anne-Frank-Straße, die Comtact GmbH, das Verfahren angefochten und die Vergabekammer beim Wirtschafts ministe rium angerufen hat. Sowohl Comtact GmbH als auch Stadt wandten sich schließlich an das Rostocker Oberlandesgericht, um den Sachverhalt juristisch klären zu lassen (wir berichteten).

Die Auffassung des Gerichts: Allen bisherigen Bewerbern um den Betrieb der Wohnungslosen-Unterkunft muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre Angebote nachzubessern. Alternativ könnte es auch eine völlig neue Ausschreibung geben. Die Verwaltung habe sich für den ersten Weg entschieden, erklärt Wollenteit. Weil die Rostocker Richter moniert hätten, dass eine große Anzahl an Heimplätzen für einen Betreiber ein hohes betriebswirtschaftliches Risiko darstellen könnte, gäbe die Stadt den Bewerbern nun genauere Zahlen als bei der ursprünglichen Ausschreibung an die Hand. "Wir haben nicht nur die durchschnittliche Be legung der Wohnungslosen-Unterkunft in den vergangenen Jahren ausgerechnet, sondern auch genau aufgeschlüsselt, wie viele Plätze in den zurückliegenden Monaten benötigt wurden", so der Hauptamtsleiter. In ihrer Kalkulation müssten die Bewerber allerdings auf der andere Seite auch gestiegene Neben kosten berücksichtigen.

Die Schweriner Obdachlosen, die im November vergangenen Jahres in ihr neues Domizil in der Weststadt um gezo gen sind, werden derweil weiterhin in Regie der Stadt betreut. Die Verwaltung hat für diesen Zweck ein Sicherheitsunternehmen engagiert, das wiederum auf Kräfte des Betreibers der früheren Wohnungslosen-Unterkunft zurückgreift. Juristisch noch immer nicht ab schließend geklärt ist nach Angaben von Wollenteit nach wie vor auch die Standort frage. Nachbarn hätten gegen die Entscheidung für den Mittelw eg vor dem Schweriner Verwaltungsgericht geklagt.

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