Einbrecher verwüsten Laden-Meile : Beutezug mit dem Vorschlaghammer

Über die Zwischendecke kamen die Täter in die Geschäfte. Bei Blumen-Fink sicherte die Polizei Spuren, dann konnte der kleine Laden wieder öffnen.  Fotos: KLawitter
1 von 2
Über die Zwischendecke kamen die Täter in die Geschäfte. Bei Blumen-Fink sicherte die Polizei Spuren, dann konnte der kleine Laden wieder öffnen. Fotos: KLawitter

Mehrere Täter zerstörten Decken und Wände im Plaza-Center am Margaretenhof und stahlen Bargeld

von
18. Februar 2014, 08:00 Uhr

Spektakulärer Einbruch in den Margaretenhof: Mehrere Täter sind am Wochenende über das Dach des plaza-Centers eingestiegen und haben die kleinen Geschäfte an der Shopping-Mall geplündert. Ihr effektivstes Werkzeug: Ein Vorschlaghammer, mit dem sie sich von einem Laden in den nächsten durchgeschlagen und erheblichen Sachschaden angerichtet haben. Ihre Beute: Der Inhalt mehrerer Tresore und Wechselgeld – vor allem auf Bares hatten es die Täter nach ersten Erkenntnissen der Polizei abgesehen. Die genaue Summe konnte bis Redaktionsschluss noch nicht beziffert werden. Den ganzen Tag über nahmen die Ladenbesitzer die Schäden auf – und versuchten, den Schock zu verkraften. Für einige war es nicht der erste Einbruch.

Reinigungskräfte hatten den Einbruch am frühen Montagmorgen als erste bemerkt. Sie verständigten den Wachschutz und der wiederum die Polizei, erzählen die Mitarbeiterinnen der Bäckerei-Allwörden-Filiale. Der Einbruch war an diesem Vormittag das Thema Nummer eins im überdachten Center-Bereich. Passanten blieben stehen, schauten der Polizei beim Spurensichern zu. Als die ersten Ladeninhaber zur Arbeit kamen, waren die Beamten schon vor Ort. Was die Chefs und Angestellten dann in ihren Geschäften sahen, verschlug ihnen den Atem. Riesige Löcher in der Decke, umgestürzte Regale, durchwühlte Schränke und Schubladen, aufgebrochene Tresore, Schutt auf dem Fußboden. „Die gesamten Tageseinnahmen des Sonnabends waren in unserem Panzerschrank“, sagt Rosemarie Klatt, Filialleiterin der Bäckerei Allwörden. Der Geldschrank wurde aufgesägt, der Inhalt ist verschwunden. „Einbrüche haben wir in den vergangenen Jahren schon mehrfach erlebt“, sagt sie. „Doch bislang waren die Diebe durch die Frontscheiben gekommen. Die sind jetzt gesondert gesichert.“ Auch die Passage zwischen den Geschäften ist durch Bewegungsmelder und Kameras überwacht, ebenso der Sky XXL-Markt. Wenn das plaza-Center schließt, wird die Anlage scharf geschaltet. Offenbar hatten die Täter die Gegebenheiten vorher ausgekundschaftet, glauben die Ausgeraubten, denn die Diebe waren nur dort unterwegs, wo sie keine Kamera erwischen konnte – in der Zwischendecke unterm Dach, in den kleinen Geschäften und den Büros.

Im Blumenladen von Eva-Maria Finke waren Pflanzen verschoben, der Schreibtisch war durchwühlt, das Wechselgeld gestohlen. „Hier war alles Kraut und Rüben, unsere Kaffeemaschine und die Mikrowelle haben wir von nebenan zurückgeholt“, sagt die Chefin, die ihren Laden schnell wieder öffnen konnte. Sabine Ottilie hatte nicht so viel Glück: „Wegen Einbruchs geschlossen“ hatte sie auf einen Aufsteller vor ihrem Handy-Shop geschrieben. Erst um 12.30 Uhr konnte sie ihr Geschäft betreten, denn die Spurensicherung arbeitete sich von vorne nach hinten durch die Mall. Für Sabine Ottilie eine furchtbare Zeit des Wartens. Vor gut einem Jahr war sie schon einmal von Einbrechern heimgesucht worden. „Alles war weg“, erzählt sie. „Der Schaden belief sich auf etwa 10 000 Euro.“ Seitdem ist bei ihr ein Bewegungsmelder installiert. Dass die Einbrecher den gesehen haben, ist möglich. Denn als die Geschäftsführerin endlich in ihren Shop kam, schien nicht allzu viel gestohlen worden zu sein. Sabine Ottilie atmete auf.

Dennoch: Bis alle Schäden beseitigt sind, wird noch einige Zeit vergehen. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck. Wer am Wochenende etwas Verdächtiges am plaza-Center beobachtet hat, kann sich an den Kriminaldauerdienst unter Telefon 20 70 22 21 wenden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen