Polizei warnt vor Schmuckkauf auf offener Straße : Betrüger machen falsches Gold zu Geld

Sie wollte einem Menschen aus einer Notlage helfen und wurde Opfer eines Verbrechens: Eine 91-jährige Schwerinerin ist in der Wismarschen Straße von einem Betrüg er dreist überrumpelt worden.

svz.de von
03. Juli 2012, 01:37 Uhr

Schwerin | Sie wollte einem Menschen aus einer Notlage helfen und wurde Opfer eines Verbrechens: Eine 91-jährige Schwerinerin ist in der Wismarschen Straße von einem Betrüg er dreist überrumpelt worden. Der Mann schenkte der Frau einen goldfarbenen Ring, den er angeblich auf dem Bürgersteig gefunden hatte, und bat um Geld für ein Mittagessen. Als die Rentnerin ihr Portmonee öffnete, griff der Unbekannte blitzschnell in die Börse und verschwand.

Dass auf offener Straße dubioser Goldschmuck angeboten werde, zum Verkauf oder als Lockmittel, komme leider auch in Schwerin immer wieder vor, berichtet Detlef Dorn von der Polizeiinspektion der Landeshauptstadt. So ermittle die Kripo gegenwärtig noch in einem weiteren Fall, in dem ebenfalls ein vermeintlich wertvoller Ring im Spiel gewesen sei. In der Vergangenheit habe es mehrere Fälle insbesondere in der Mecklenburgstraße gegeben, sagt Dorn.

Opfer von Schmuckbetrügern werden deutschlandweit aktuell vor allem arglose Kraftfahrer, die Kriminellen an der Autobahn auf den Leim gehen. "Autobahngold", so nennt die Polizei die Masche. An Raststätten oder auf dem Standstreifen täuschen sie eine Panne vor, wedeln mit dem Abschleppseil oder dem leeren Benzinkanister, bitten um Hilfe . Die Täter setzen auf die Mitleidsschiene. Kraftfahrer, die auf die ausgedachten Geschichten eingehen, bekommen angeblich echten und hochwertigen Schmuck angeboten.

Echt am "Autobahngold", häufig mit Prägung und Reinheitsangabe, ist aber nur die Autobahn. Der Schmuck besteht meist aus wertlosem Blech. Laut Polizei funktioniert die Betrugsmasche übrigens nicht nur mit Schmuck, sondern auch mit minderwertiger Garderobe und billigen Haushaltsgeräten.

Zur Vorsicht bei mutmaßlichen Schnäppchen unter freiem Himmel rät deshalb Sylke Sielaff von der Schweriner Verbraucherzentrale. "Wem auf offener Straße angeblich wertvoller Schmuck angeboten wird, der sollte vorsichtig sein." Ein solcher Handel müsse sehr sorgfältig geprüft werden, so Sielaff. Denn wenn die Ware erst einmal bezahlt sei, werde es schwierig. "Zwar gibt es auch in diesen Fällen ein Widerrufsrecht, aber um das Geschäft rückgängig zu machen, braucht man den Verkäufer." Und der habe sich in aller Regel längst aus dem Staub gemacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen