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18. November 2017 | 05:51 Uhr

Schwerin : Berliner Platz: Wer zahlt den Ausbau?

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Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass der Berliner Platz umgestaltet werden soll. Die Aufenthaltsqualität soll erhöht werden, wie Stadtplaner das nennen. Die Pläne dafür liegen schon lange in der Schublade.

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2013 | 08:49 Uhr

Neu Zippendorf | Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass der Berliner Platz umgestaltet werden soll. Die Aufenthaltsqualität soll erhöht werden, wie Stadtplaner das nennen. Die Pläne dafür liegen schon lange in der Schublade. Nun soll es endlich losgehen. "Die Ausschreibungen gehen jetzt raus und in zwei Monaten kann Baubeginn sein", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorf. 1,35 Millionen Euro wird das Ganze kosten. Doch die Finanzierung ist noch gar nicht klar.

Die Stadtverwaltung und die kommunale Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) streiten um den so genannten Ausbaubeitrag. Denn neben dem Stadtanteil von 389 000 Euro und Fördermitteln müssen auch die Anlieger des Platzes zahlen - rund 462 000 Euro. Das trifft vor allem die WGS. Sie soll allein etwa 400 000 Euro für die Umgestaltung des Platzes bereitstellen.

"Zu viel für das Unternehmen", sagt Geschäftsführer Guido Müller. "Wir haben immerhin schon Kredite über einen dreistelligen Millionenbetrag zu bedienen." Eine Summe, die auch aus Fehlentscheidungen der Stadt in der Vergangenheit resultiere. Im Hauptausschuss hatte Friedersdorff bereits eingestanden, dass die WGS mit einer Klage gegen die Stadt gedroht habe. Durchaus mit Aussicht auf Erfolg, wie aus ähnlichen Verfahren abzulesen sei, so der Baudezernent. Er will deshalb lieber eine gütliche Einigung mit dem städtischen Tochterunternehmen. "Ich werde jetzt Gespräche mit Guido Müller führen. Ich hoffe, dass wir bis zur nächsten Stadtvertretersitzung zu einer Einigung kommen", kündigt er an.

Eine Lösung könnte aus Sicht des Baudezernenten sein, dass die WGS tatsächlich einen geringeren Ausbaubeitrag bezahlt. "Es spricht einiges für die Sicht der Wohnungsgesellschaft", so Friedersdorff. Denn wenn der Berliner Platz schöner werde, hätten nicht nur die Anwohner etwas davon, sondern auch Besucher. Und wenn die Wohnumgebung schöner wird, könnte das "ein Impuls zur Sanierung von Wohnblocks ringsum" sein und es würden möglicherweise leer stehende Wohnungen wieder bezogen werden. Allerdings müsste die Stadt in diesem Falle mehr von der ihr zustehenden Städtebauförderung für den Berliner Platz einsetzen, wenn die WGS nicht den vollen Beitrag leistet. Doch das Geld aus dem Programm "Stadtumbau Ost" würde dann an anderer Stelle wieder fehlen.

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