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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 18:45 Uhr

Einzelhandel : Berliner Platz sucht Vollversorger

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neues Einzelhandelskonzept für die drei Dreescher Stadtteile wird jetzt in der Politik und in den Ortsbeiräten diskutiert

von
erstellt am 18.Dez.2014 | 12:00 Uhr

Wo wird welches Geschäft gebraucht? Und wo soll keine neue Konkurrenz entstehen? Das sind die Kernfragen, die Planer antreiben, wenn es um eine Konzeption für den Einzelhandel geht. Dafür fließen eine Reihe von Zahlen und Fakten ein – von der Kaufkraft der Bewohner bis hin zu deren Wünschen und Sorgen.

1998 gab es für Schwerin das erste Einzelhandelskonzept. 2006 folgte die erste Aktualisierung. Derzeit entsteht in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Planungsverband Westmecklenburg ein Gesamtkonzept für Schwerin und das Umland. Da es aktuell Anfragen für Investitionen in Neu Zippendorf gibt, hat die Stadt speziell für die Stadtteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz ein Einzelhandelskonzept erarbeiten lassen. Seit Dienstag liegt das Papier der CIMA Beratung + Management GmbH in der Politik vor und soll jetzt in den Fachausschüssen und vor allem in den drei Ortsbeiräten diskutiert werden. Am Ende soll das 20 000 Euro teure Gutachten Arbeitsgrundlage für Wirtschaftsförderer und Planer sein, verdeutlichte Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum bei der Vorstellung.

Leuchttürme sind laut Konzept die Stadtteilzentren Dreescher Markt und Keplerpassage, wenngleich letztere Entwicklungspotenzial aufweist. So fehle ein Drogeriemarkt, müsse gegen Leerstand angegangen und weitere Parkplätze nach dem Abriss des alten Getränkemarktes erschlossen werden.

Das Sorgenkind bleibt der Berliner Platz, der voraussichtlich erst in ein oder zwei Jahren saniert werden kann. Hier sehen die Gutachter dennoch die größten Entwicklungspotenziale – vor allem, wenn nach dem Hochhäuser-Abriss das Areal erneuert wird und somit – wie die Planer sagen – die Aufenthaltsqualität erhöht wird. Ein Lebensmittel-Vollsortimenter und ein Drogeriemarkt sind laut Konzept wünschenswert.

Der Entwicklungsschwerpunkt für den Berliner Platz bedeutet aber auch, dass andere Bereiche zurückstecken müssen. Auf dem Areal der einstigen Norddeutschen Wohnwelt dürfte es weder einen Nahversorger noch „zentrenrelevante Sortimente“ geben, also vielleicht ein Möbelmarkt. An der Cottbuser Straße solle dagegen wie auf dem Köpmarkt gar nichts passieren, was den Einzelhandel betrifft, sagen die Gutachter. Und in der Pilaer Straße, wo ein Aldi-Markt mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche entsteht, soll danach auch Ruhe sein. Der Wunsch von Edeka, dort einen Vollsortimenter zu errichten, würde der Entwicklung des Berliner Platzes zuwider laufen.

Dezernent Bernd Nottebaum hofft, dass Edeka nach der Neugestaltung des Berliner Platzes für eine dortige Ansiedlung gewonnen werden kann – oder ein anderer Investor. Er gibt aber auch zu: „Das wird schwer.“ Die Stadt will ihren Beitrag leisten: Die Platzsanierung steht fest auf der Agenda.

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