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19. November 2017 | 08:08 Uhr

Schwerin : Berliner Platz: Bürger gegen Umbau

vom

Wolfgang Reimers wohnt gern in Neu Zippendorf. Als Vorsitzender des Ortsbeirates kennt er die alltäglichen Sorgen der Anwohner und die Problemecken seines Stadtteils. "Der Berliner Platz gehört nicht dazu", sagt er.

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erstellt am 05.Apr.2013 | 06:55 Uhr

Neu Zippendorf | Wolfgang Reimers wohnt gern in Neu Zippendorf. Als Vorsitzender des Ortsbeirates kennt er die alltäglichen Sorgen der Anwohner und die Problemecken seines Stadtteils. "Der Berliner Platz gehört nicht dazu", sagt er. Die Sanierung sei unsinnig. Er weine den auf Eis liegenden Sanierungsplänen der Stadtverwaltung für den zentralen Platz in Neu Zippendorf nicht hinterher. Die Stadtvertreter hatten im März das Zehn-Millionen-Euro-Sparpaket für Schwerin geschnürt, und damit die Hürde für die Erneuerung des Berliner Platzes höher gelegt. Die Landeshauptstadt sollte sich ursprünglich mit mehr als 380 000 Euro an dem Bauprojekt beteiligen. "Aber wenn Schwerin kein Geld hat, kann ich doch auch als Ortsbeirat keines fordern", sagt Reimers. Der Neu Zippendorfer hält den eingeschlagenen Sparkurs für richtig.

Falsch findet er allerdings zahlreiche Entscheidungen, die für seinen Stadtteil getroffen werden. "Wir brauchen mehr Einzelhandel und einen Vollversorger wie Edeka in Neu Zippendorf", sagt er. Ein Investor sei vorhanden, aber die Stadt stelle sich stur. 800 000 Euro wollte laut Reimers der Interessent für Grundstücke an der Pilaer Straße an die kommunale Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) zahlen und dort noch mehr Geld investieren - Platz für Geschäfte und Arbeitsplätze schaffen. Doch das Einzelhandelskonzept ließe sich nicht so schnell ändern, habe man ihm aus der Stadtverwaltung zu verstehen gegeben. "Aber das würde unseren Stadtteil aufwerten", meint Reimers.

Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff sieht das anders: "Der Berliner Platz hat aufgrund seiner zentralen Lage große Bedeutung für die Image-Verbesserung des Dreesches." Es fehle an Grün, eine Marktfläche könnte den Stadtteil neu beleben und eine neue Gestaltung zum Aufenthalt und Entspannen einladen. Große Möglichkeiten, kleine Geschäfte nach Neu Zippendorf zu holen, sehe er allerdings nicht.

"Stattdessen reden wir über einen Plattenpark", sagt Reimers. "Der ganze Ortsbeirat ist dagegen." Der Stadtteil wolle weg vom Image der Großwohnsiedlung. "Da müssen wir nicht noch Geld für weitere Platten ausgeben. Und wer soll das pflegen?" Er befürchtet, dass für den Plattenpark unter Umständen Geld aus dem Fördertopf "Soziale Stadt" fließen könnte, das seiner Ansicht nach woanders besser angelegt wäre. "Fürs Betonieren bekommt man überall Fördergelder. Aber wir wollen unseren Stadtteil begrünen, dafür gibt es kaum finanzielle Hilfe", sagt er.

Für die Sanierung des Berliner Platzes hatte die Verwaltung 1,35 Millionen Euro veranschlagt, davon rund 625 000 Euro Fördermittel. Weitere Anteile hätten die Anlieger übernehmen müssen, unter anderem die kommunale Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), die allein etwa 400 000 Euro für die Umgestaltung bereitstellen sollte. "Zu viel für das Unternehmen", sagt Geschäftsführer Guido Müller. "Wir haben schon Kredite über einen dreistelligen Millionenbetrag laufen." Eine Summe, die auch aus Fehlentscheidungen der Stadt in der Vergangenheit resultiere.

Doch die Verwaltung setze Reimers zufolge auch richtige Akzente: "Die Sanierung der Hamburger Allee ist dringend notwendig." Der Frost der vergangenen Winter hat der Straße hart zugesetzt. Die Fahrbahn soll noch in diesem Jahr grundhaft erneuert werden.

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