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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 19:34 Uhr

Flüchtlinge : Bereits 43 Schleuser in MV geschnappt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Flüchtlinge aus Syrien bezahlen bis zu 12 000 Euro an Schlepperbanden

von
erstellt am 13.Dez.2014 | 08:30 Uhr

Das Geschäft mit dem Elend der Flüchtlinge blüht auch in Mecklenburg-Vorpommern. 38 Schleusungen wurden in diesem Jahr im Nordosten bisher vereitelt, teilte Matthias Menge von der Bundespolizei in Bad Bramstedt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Dunkelziffer ist nach Schätzung der Behörde weit höher.

Landesweit konnten von der Polizei in diesem Jahr bisher 43 Personen wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Schleusung geschnappt werden. Das sind 14 Tatverdächtige mehr als im Jahr 2013 und ein Anstieg um 28 Prozent. Die meisten Schleuser sind Mitglieder internationaler Banden, die es auf das Geld der aus Kriegsgebieten fliehenden Menschen abgesehen haben.

„Viele der insgesamt 165 in Mecklenburg-Vorpommern aufgegriffenen Flüchtlinge kommen aus Syrien, Eritrea und Afghanistan“, sagte Menge.

Die meisten der Geschleusten wurden im Rostocker Seehafen entdeckt. So saßen im Juli dieses Jahres zehn Syrer ohne gültige Papiere in einem Fernreisebus, der von Berlin nach Kopenhagen und Schweden unterwegs war und im Seehafen kontrolliert wurde. Die neun Männer im Alter von 28 bis 50 Jahren und die 24-jährige Frau wurden, nachdem sie ein Schutzersuchen gestellt hatten, zur zuständigen zentralen Aufnahmestelle in Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gebracht.

Der Gesundheitszustand sei trotz der tagelangen Flucht bei den meisten illegalen Flüchtlingen stabil. „Grundsätzlich konnten in der Vergangenheit keine großen gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt werden“, sagte Matthias Menge.

Viele gaben bei den Vernehmungen an, dass sie den Schleusern 8000 bis 15000 US-Dollar (6450 bis 12000 Euro) für die Flucht bezahlen mussten. Ihr Ziel war Schweden. In dem skandinavischen Land bekommt jeder syrische Flüchtling ein permanentes Bleiberecht, darf arbeiten, erhält finanzielle Unterstützung und Sprachunterricht.

Die wichtigsten Schleusungsrouten nach Europa führen nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) über das Drehkreuz Türkei. Weiter geht es dann über Bulgarien, Griechenland und andere Balkanländer nach Deutschland.

 

 

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