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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 06:41 Uhr

Neuansiedlung : Bereit fürs Recycling

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Werkstraße warten benutzte Plastikfolien darauf, bald in kostbares Granulat verwandelt zu werden

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 13:15 Uhr

Es müffelt wie in der heimischen Mülltonne und einige Fliegen begrüßen den Gast in der Halle in der Werkstraße 719. Was hier auf rund 5000 Quadratmetern lagert, würden Unbedarfte wohl schlicht „Plastikmüll“ nennen. Für die Chefs zweier frisch in Schwerin angesiedelter Firmen sind das hingegen „Rohstoffe mit hohem Wertschöpfungsfaktor“. Eingekauft wird eine Tonne schmutziger Folienabfall für rund 25 Euro, nach aufwändiger Säuberung und Aufarbeitung wird daraus Plastik-Granulat, das rund das 1000-fache kostet. Aus Plastikfolie wird wieder Plastikfolie, der Recycling-Kreislauf scheint zu funktionieren.

All das passiert in Schwerin demnächst im Industriepark bei der Firma FVH Folienveredlung, die von Hamburg den Weg nach Schwerin gefunden hat. Im Januar ist Produktionsstart, langfristig werden in der Ludwig-Bölkow-Straße gleich neben Nestlé etwa 40 Leute arbeiten, sagt Geschäftsführer Michael Hofmann. Mit dem Standort und der Mitarbeiter-Suche in Schwerin ist er mehr als zufrieden. Ebenfalls aus Hamburg kommt die Firma APL Logistics, die für den Folienveredler nicht nur die Rohstoffe sammelt, sondern auch lagert, sortiert und das neue Granulat an die Kunden liefert. Das alles geschieht von der Werkstraße aus. Sechs Mitarbeiter haben hier angefangen, später sollen es 15 werden. Beide Firmen hatten gestern Wirtschaftsminister Harry Glawe zum Informationsbesuch eingeladen. Denn das Land unterstützt die 18-Millionen-Investition von FVH immerhin mit 6,7 Millionen Euro.

Und das erfuhr der hohe Gast: Drei Sorten Plastik-Abfall werden in der Werkstraße gelagert – Folien aus dem Gelben Sack, Verpackungsfolien der Industrie und Folien aus der Landwirtschaft. 700 Tonnen warten bereits in der Bölkowstraße auf die „Veredlung“, 2500 Tonnen liegen geordnet in der Werkstraße. Einen großen Fuhrpark gibt es übrigens nicht, nur zwei Shuttle-Lkw für die Fahrten zum Werk im Industriepark sind vorgesehen. Der weitere Transport wird an Subunternehmer vergeben. Noch werden die Recycling-Rohstoffe europaweit eingesammelt, in wenigen Jahren sollen möglichst alle alten Folien für FVH aus dem Land kommen.

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