Lübesse : Beregnung hat nur kurz Pause

Gut gefüllt war der Regenmesser nach dem letzten Schauer. Der Kreisregner wird in dieser Woche aber wieder eingeschaltet, denn die 35 Liter, die Landwirt Stefan Riemer gemessen hat, reichen nicht aus.
Gut gefüllt war der Regenmesser nach dem letzten Schauer. Der Kreisregner wird in dieser Woche aber wieder eingeschaltet, denn die 35 Liter, die Landwirt Stefan Riemer gemessen hat, reichen nicht aus.

Trotz der starken Regengüsse geben die Landwirte keine Entwarnung: Die Ackerpflanzen brauchen noch reichlich Wasser

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11. Juni 2018, 21:00 Uhr

„Es ist ein Anfang“, sagt Stefan Riemer und leert den Regenmesser auf dem Acker zwischen Rastow und Uelitz. 35 Liter hat der Regenguss am Sonntagnachmittag pro Quadratmeter gebracht. Die Beregnungsanlage hat der Ackerbau-Leiter der Agrarproduktgesellschaft (Agp) Lübesse abschalten lassen. Die Düsen der Kreisberegnungsanlage hängen trocken nach unten. Vorerst. Denn schon Ende der Woche rechnet der Landwirt mit so viel Sonnenschein und Trockenheit, dass die 450 Meter lange Anlage wieder ihren Dienst aufnehmen muss. Gut 60 Hektar werden bei der Agp Lübesse allein durch eine Anlage bewässert. Fünf Tage dauert es, bis die Kreisberegner einmal das gesamte Areal abgefahren haben. „Sie arbeitet quasi im Schneckentempo, aber das sehr gewissenhaft“, sagt Agp-Geschäftsführer Rainer Mönch. Fünf dieser Anlagen hat sein Landwirtschaftsbetrieb insgesamt. Die Grundsteine für die Beregnung wurden bereits vor 40 Jahren gelegt: „Damals wurden mehr als 60 Kilometer Leitungen verlegt, davon profitieren wir heute noch – durch regelmäßige Wartungen“, betont Rainer Mönch. Aber auch die Beregnung selbst sei ein großer Kostenfaktor. So sind durchschnittlich 60 Euro pro Hektar Mehrkosten auf dem Zettel, wenn beregnet wird. Das muss der Ertrag dann auch wieder einspielen. Das Wasser für die Beregnung kommt zum einen von einem Zuleiter der Störwasserstraße und zum anderen aus vier Grundwasserbrunnen, die mit entsprechenden Wasseruhren versehen sind.

2016 wurden 676 000 Kubikmeter Wasser zusätzlich ausgebracht, im vergangenen Jahr waren es 352 000 Liter. Bei der Agp werden derzeit Kartoffeln, Weizen, Gerste und Zwiebeln beregnet. Auch die Hälfte der Soja-Flächen wird zusätzlich gewässert. „Wir probieren gerade aus, ob die Pflanzen auch ohne zusätzliches Wasser auskommt“, sagt Rainer Mönch. Auch wenn er sich über den Regen vom Sonntag freut, trüben die ersten Trockenschäden im Wintergetreide die Stimmung. „Für den Mais und das Grünland war es ganz ordentlich und da hilft es auch noch“, erklärt er und verweist auf 45 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in Mirow und zwischen 14 und 24 Liter in Lübesse.

Über die kühlende und vor allem wasserreiche Dusche hat sich auch Brigitte Roost-Krüger gefreut. Auch die Agrargemeinschaft Holthusen beregnet einen Teil ihrer Flächen. Drei Anlagen stehen im besten Fall zur Verfügung. Momentan sind es allerdings nur zwei: „Eine ist kaputt, passend zum heißen Sommer. Aber wir arbeiten dran“, sagt Brigitte Roost-Krüger. Das Wasser für ihre Flächen kommt aus eigenen Brunnen, die bis zu 162 Meter tief sind. Die Agrargemeinschaft setzt auf Schlauchberegnung. „Damit sind wir mobiler und können die Beregnung je nach Bedarf einsetzen“, erklärt sie.

Die Agrargenossenschaften Plate und Banzkow haben die Beregnung der Flächen eingestellt, erst jüngst, nachdem sie den Kartoffelanbau aufgegeben haben. In Plate hingegen wurde bereits vor vielen Jahren nicht mehr in die Beregnung investiert: „Der Aufwand, den wir betreiben müssten, würde durch den Mehr-Ertrag nicht gedeckt sein. Unterm Strich uneffektiv“, erklärt der Plater Agrargenossenschafts-Chef Bernd Rieprecht.

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