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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 04:57 Uhr

Cybermobbing : Beleidigung per Mausklick

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei und Experten warnen: Immer häufiger werden auch in Schwerin vor allem Jugendliche das Opfer von Cybermobbing

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Ein sehr persönliches, intimes  Foto wird vertraulich per E-Mail verschickt, später steht es öffentlich im Internet, um den Absender bloßzustellen. Ein klarer Fall von „Cybermobbing“. Immer öfter würden auch in Schwerin gerade junge Leute ein Opfer von Beleidigungen und Drohungen per Mausklick, berichtet Polizeisprecher Steffen Salow. Deutschlandweit habe bereits etwa jeder dritte Jugendliche Erfahrungen mit Mobbing im Internet gemacht. „Gefährlich am Cybermobbing ist die fehlende räumliche Begrenzung“, erklärt Salow. „Über das weltweite Netz findet es ein großes Publikum und nimmt bedrohliche Dimensionen an. Sind mit dem Handy fotografierte peinliche Aufnahmen oder Beleidigungen einmal ins Netz gestellt, breiten sie sich aus wie ein Lauffeuer. Die Mobbing-Opfer erfahren ein Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Schwarz auf Weiß wird ihnen bescheinigt, nicht gemocht zu werden.“

„Cybermobbing kann jeden treffen“, sagt Dr. Anja Schwertfeger. Die Mitarbeiterin des Institutes für Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik der Uni Rostock referierte jetzt bei einer Fachtagung in Schwerin über das Thema. Besonders für viele junge Leute sei das Internet mittlerweile die zentrale Kontaktbörse, der Kommunikationskanal für Informationen fast aller Art, so Schwertfeger. Gleichzeitig öffne die scheinbare Anonymität des weltweiten Netzes potenziellen Mobbern Tür und Tor.

Organisiert wurde die Tagung in  der Landeshauptstadt von der Sozial-Diakonischen Arbeit –  Evangelische Jugend in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock, dem Institut für Medienpädagogik und dem Weißen Ring. Unter  den 55 Teilnehmern aus Schwerin und den Nachbar-Landkreisen waren  viele Schulsozialarbeiter.

Das Thema Cybermobbing spiele auch in der Arbeit der Evangelischen Beratungsstelle in der Wismarschen Straße eine  zunehmend größere Rolle, bestätigt  Leiter Klaus Schmidt. Immer häufiger würden Menschen  im Internet, zum Beispiel in Chatrooms, aber auch über das Smartphone beschädigt, genötigt, bedrängt, belästigt oder diffamiert. „Die Folgen sind für die betroffenen Personen teilweise gravierend“, so  Schmidt. Cybermobbing sei eine neue Form psychischer Gewalt, auf die viele Opfer hilflos reagierten.

Der Rat der Polizei: „Konsequentes Vorgehen von Eltern und Schule gegen die Täter kann helfen, das Schweigen der Opfer zu brechen. Der erste Weg sollte zu den Eltern führen, denen man sich anvertraut“, sagt Polizeisprecher Salow.  Die Mobber müssten dann auf die „Ignorier-Liste“ gesetzt und aufgefordert werden, ihre Aktivitäten sofort zu unterbinden und Inhalte zu entfernen. Wichtig sei zudem, den Präventionsbereich der Polizei zu informieren, so Salow.
 

 

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