Engagement : Beim Verkaufen die Welt im Blick

Der bunte Laden und die Atmosphäre im Team gefallen Lina Renjé sehr gut. Bei jungen Leuten will die FÖJ-lerin künftig stärker für Fairtrade-Produkte werben.
Foto:
Der bunte Laden und die Atmosphäre im Team gefallen Lina Renjé sehr gut. Bei jungen Leuten will die FÖJ-lerin künftig stärker für Fairtrade-Produkte werben.

Junge Leute leisten Beitrag für die Umwelt: FÖJ-lerin Lina Renjé wirbt in der Puschkinstraße für fair gehandelte Produkte

von
18. September 2015, 14:00 Uhr

Im Keller des Weltladens ist schon Weihnachten. Lina Renjé hat dort bereits Schals aus Seide und Wolle sowie andere schöne Sachen sortiert, die in diesem Jahr vielleicht unter irgendeinem Tannenbaum landen. Dass die 19-Jährige schon Mitte September in die Weihnachtswerkstatt gucken darf, das liegt an ihrem neuen Job: Sie macht ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Weltladen in der Puschkinstraße.

Fair gehandelte Schokolade gibt es hier ebenso wie Kaffee, Tee, Saft und Kekse, aber auch Schmuck, Spielzeug, Halstücher, Kleider, Deko-Artikel und vieles mehr. Alle sind angefertigt ohne Kinderarbeit, zu fairen Preisen und Bedingungen für Produzenten, bzw. die Arbeiter in Fabriken oder auf Plantagen. „Es gibt sehr viele verschiedene Labels und sehr viele verschiedene Zertifizierungen“, sagt Lina Renjé. Welche, das hat sie schon in einem Wochenend-Seminar gelernt. Denn Arbeiten im Weltladen bedeutet nicht nur Verkaufen, sondern auch Beratung und immer wieder Gespräche über ferne Länder und faire Projekte. „Der Kontakt mit den Leuten macht mir am allermeisten Spaß“, betont Lina.

Die 19-Jährige hat auf der Schweriner Waldorfschule ihren Realschulabschluss gemacht. Sie will später noch eine Zeit lang ins Ausland gehen, dann eine Ausbildung machen. Ihren Traumberuf hat sie aber noch nicht gefunden. Gemeinsam mit ihren Eltern beschloss sie deshalb, erstmal ein FÖJ zu machen. „Meine Beraterin beim Internationalen Bund hat mich auf den Weltladen gebracht, weil sie meinte, dass ich etwas Kommunikatives brauche“, sagt Lina und lächelt.

Die junge Schwerinerin war zwar schon oft vorbei-, aber noch nie hineingegangen in den kleinen, bunten Laden. „Das Team hier hat mich sehr herzlich aufgenommen“, sagt die 19-Jährige. Das Team besteht vor allem aus treuen und engagierten Ehrenamtlern. Koordinatorin Sabine Hilmes ist als Mini-Jobberin die einzige Festangestellte. Jeder hat seine festen Aufgaben, Hilmes hat den Überblick, auch über die Arbeit der FÖJ-ler. „Mit denen machen wir seit Jahren gute Erfahrungen. Sie dürfen sich bei uns ausprobieren und eigene Projekte suchen“, sagt sie. Lina möchte gern den Laden und seine Produkte bei jungen Leuten ihrer Generation besser bekannt machen. Wie, das weiß sie noch nicht. Nach knapp zwei Wochen ist sie selbst noch in der Erkundungsphase. Die Kasse beherrscht sie schon, morgens um neun ist sie die erste im Laden, macht sauber, bereitet alles vor, öffnet um 10 Uhr – aber durchs komplette Sortiment hat sie sich beispielsweise noch nicht probiert.

Die meisten der Weltladen-Freiwilligen haben inzwischen Schwerin verlassen – zum Studium. Dennis Hoppe indes hat im Weltladen sein Herz für den Einzelhandel entdeckt und eine entsprechende Lehre in Schwerin gemacht. „Mit ihm sind wir in bestem Kontakt“, sagt Sabine Hilmes. „Er ist gleich nach dem FÖJ in unseren Weltladenverein eingetreten und immer noch Mitglied“.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen