Rikscha-Fahrerin : Beim Ferienjob in die Pedale treten

<strong>Mit der Rikscha durch Schwerin:</strong> Ferienjobberin Helene Waack zeigte gestern Touristin Kelly  die Schönheiten der Stadt. <foto>Reinhard Klawitter</foto>
Mit der Rikscha durch Schwerin: Ferienjobberin Helene Waack zeigte gestern Touristin Kelly die Schönheiten der Stadt. Reinhard Klawitter

Helene Waack tritt in den Sommerferien in die Pedale. Die Abiturientin aus Pokrent hat sich einen Job als Rikscha-Fahrerin gesucht. Und der macht ihr großen Spaß. Ihren Verdienst will sich Helene zurücklegen.

svz.de von
29. Juni 2012, 11:10 Uhr

Schwerin | Helene Waack tritt in den Sommerferien in die Pedale. Die Abiturientin aus Pokrent im Landkreis Nordwestmecklenburg hat sich mit Hilfe der Arbeitsagentur einen Job als Rikscha-Fahrerin gesucht. Mit Touristen eine lustige Runde durch die Altstadt drehen, ein älteres Pärchen vom Schloss zum Pfaffenteich chauffieren - Helene macht ihr Ferienjob großen Spaß. "Ich wollte die Zeit bis zum Beginn meines Studiums nicht ungenutzt ver streichen lassen", sagt die 18-Jährige, die einmal Lehrerin für Mathematik und Chemie werden möchte. Ihren Verdienst als Rikscha-Fahrerin will sich Helene zurücklegen. "So habe ich einen Puffer für das Studium."

Einen Ferienjob zu finden, ist auch in diesem Jahr gar nicht so einfach, je denfalls für Schüler, die noch nicht 18 Jahre alt sind. "Für die mehr als 30 Jugen dlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, die sich bei uns gemeldet habe n, gibt es bislang nur fünf Jobs", beric htet Grit Hintz von der Schweriner Arbeitsagentur. Wer - wie Helene - schon volljährig sei, habe bessere Chancen. Noch etwa zehn freie Plätze insbesondere im Logistik- und Tourismus-Bereich gäbe es für junge Leute, die schon 18 Jahre oder älter seien, so Hintz. "Die Bewerber müssen allerdings mobil sein und mindestens drei bis vier Wochen Zeit haben, damit sich die Einarbeitung auch lohnt."

Von einem Ferienjob profitierten beide Seiten, betont die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur. "Die Schüler können in die Arbeitswelt hineinschnuppern, praktische Erfahrungen sammeln und sich das Taschengeld aufbessern." Die Unternehmen wiederum hätten die Möglichkeit, gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gezielt bei Jugendlichen für sich zu werben.

So appelliert denn auch der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Dirk Heyden, an die Betriebe der Region, sich unter der Telefonnummer 0385-450 15 14 oder per E-Mail Schwerin.Arbeitgeber@arbeitsagentur bei der Job-Vermittlung der Arbeitsagentur zu melden und noch mehr Ferienjobs bereitzu stellen. Jugendliche, die ein Unternehmen schon während eines solchen Jobs positiv kennengelernt hätten, kämen vermutlich auch als Bewerb er für einen Ausbildungsplatz wiede r, erläutert der Agentur-Chef. "Außerde m haben die Firmen die Ju gendlichen live im Unter nehmen erlebt - das kann kein Bewerbungsverfahren oder Vorstellungsgespräch er setzen."

Claas Baumann, Helenes Chef, freut sich jedenfalls über die Unterstützung, die er durch die junge Frau erhält. "Gemeinsam können wir noch mehr Touren bewältigen und machen gleichzeitig Rekla me für das Rikscha-Fahren in Schwerin", erklärt Baumann, der voll des Lobes für seine neue Kollegin ist. Und so wird Hele ne auch in den nächsten Woche n noch weiter im offenen Gefährt unterwegs sein, "Das Rikscha-Fahren ist aber nicht so anstrengend wie es aussieht", verrät die 18-Jährige. "Es gibt einen Elektromotor, der sich zuschaltet, damit es für den Fahrer nicht zu schwer wird."

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