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Plater Lewitz-Radler : Bei ihr radeln Holländer mit dem Tandem

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sandra Böhm rüstet sich für die Fahrradsaison in Plate und gibt Tipps

von
erstellt am 09.Apr.2016 | 09:00 Uhr

„Mit einem Wisch ist alles weg“, sagt Sandra Böhm und lacht. Denn ganz so schnell geht es dann doch nicht, mit dem Frühjahrsputz in ihrer Plater Fahrradstation. „Das ist wirklich Arbeit, aber es gehört dazu. Und es lohnt sich“, rät sie auch jedem Radbesitzer. Zwar sei mit einem Besuch in der Waschbox oder einer Runde unter dem heimischen Hochdruckreiniger alles schnell blitzblank. „Doch damit tut man seinem Fahrrad und letzten Ende sich keinen Gefallen“, sagt sie und erklärt, dass durch zu viel Wasser die schützenden Fettschichten in Lagern, auf der Kette und anderen Schrauben verschwinden. „Auch Druckluft ist nicht gut. Schnell gepustet ist vieles auch schnell hin: Der feine Staub macht die Lager kaputt“, so ihre Warnung. Eine einfache Drahtbürste und ein Universalreiniger seien ideal. „Keine scharfen Mittel“, betont Sandra Böhm. Aber das Putzen sei nur der Anfang: „Es muss auch alles gefettet werden, bevor es auf die Straßen der Region geht. Und da sollte man nicht am Fett sparen – gutes kaufen. Am besten mit Teflon“, so ihr Tipp. Wer diese Grundlagen beherzigt, zweimal im Jahr anwendet und das Rad in der ungenutzten Zeit aufhängt oder zumindest auf den Kopf stellt, um die Bereifung zu entlasten, sei gut gerüstet.

Aber auch prinzipiell gut gesattelt? Die Zeiten der einheitlichen leicht gefederten Ledernasen sind vorbei. „Sattelkompetenz heißt das neue Zauberwort“, sagt Sandra Böhm und verschwindet, um eine Minute später mit einem merkwürdigen Plastikgestell wiederzukommen. „Das ist der Hit in Bayern, Mecklenburger sind da skeptisch – eher konventionell“, sagt sie und erklärt die weiteren Vorteile des modernen Relax-IQ-Sattels. Auf dem richtigen Sattel werde nur der Po an den Sitzknochen belastet. „Er sollte auf keinen Fall im Damm- und Genitalbereich reiben beziehungsweise drücken“, sagt sie und versichert, das neue Modell bringe Entlastung. Sandra Böhm gesteht aber auch, dass es „etwas gewöhnungsbedürftig“ am Anfang ist. „Aber bequem“, schiebt sie hinterher.

Wer wolle, könnte recht tief in die Tasche greifen, um sein Rad aufzupeppen. Immer Geschmackssache, meint die 42-Jährige. Gern probiert die gelernte Zweiradmechanikerin neue Fahrradmodelle aus. So gehören neben den herkömmlichen Zweirädern auch Tandems sowie ein Dreirad für Erwachsene zum Repertoire der mehr als 80 verschiedenen Modelle. „Ganz neu ist dieser Straßenkreuzer – ein Tridem“, sagt sie und stellt den großen blauen Stahlrahmen an einen Pfosten. Eine Radkonstruktion für drei Erwachsene und zwei Kinder. „Mal schauen, wie das so ankommt“, sagt die Radverleih-Chefin. Selbst steigt sie gern auf eines ihrer Chopper-Modelle. „Das ist ein ganz anderes, aber schönes Fahrgefühl“, kommt sie ins Schwärmen. Viele ihrer Kunden greifen auf die konventionellen Modelle zurück, manche kann sie für neue Modelle begeistern. Ob nun Mecklenburger oder die Urlauber aus anderen Bundesländern oder dem Ausland. Und selbst Holländer verlangen nicht nur nach den Tourenräder niederländischer Bauart. „Sie fragen zwar, nehmen aber dann doch ein Mountainbike oder gern auch das Tandem“, erzählt Sandra Böhm. Ein nicht kleiner Kundenkreis setze mittlerweile auf Watt statt Wadenstärke. „Die Pedelecs sind bei allen Altersklassen beliebt.“

Aber ob nun durch Muskelkraft oder einen Motor betrieben, eine kleine Werkzeugtasche sollten Radfahrer auch heute noch dabeihaben. „Es muss nicht die alte Ledertasche am Sattel sein, aber Flickzeug, Öl, einen 13-er und 15-er Schlüssel und Ventilaufsätze sollen an Bord sein“, sagt die Fachfrau. Nicht selten haben Kunden ihres Zweirad-Notdienstes die falschen Ventile beziehungsweise die falsche Luftpumpe dabei. „Dann schiebt man schon mal fünf Kilometer. Ein kleiner Aufsatz hätte es retten können“, erzählt sie.

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