Paulsdamm gesperrt : Bei Hitzeschlacht kleben geblieben

Heißes Pflaster auf dem Paulsdamm: Auf sechs Kilometer Länge und in einer Breite von 7,20 Meter erhielt die B 104 eine neue Fahrbahndecke.  170 Grad heiß  war die angelieferte  Asphaltmischung,  gleißender  Sonnenschein von oben kam hinzu. Fotos: Werner Mett
Heißes Pflaster auf dem Paulsdamm: Auf sechs Kilometer Länge und in einer Breite von 7,20 Meter erhielt die B 104 eine neue Fahrbahndecke. 170 Grad heiß war die angelieferte Asphaltmischung, gleißender Sonnenschein von oben kam hinzu. Fotos: Werner Mett

Probleme bei der Fahrbahnerneuerung auf dem Paulsdamm: Laster nahmen an Reifen Kleber mit auf die A 14 – acht Stunden Vollsperrung

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20. Juli 2014, 21:15 Uhr

Die Männer auf der sechs Kilometer langen Baustelle Paulsdamm und in den Bitumenlastern haben bei einer regelrechten Hitzeschlacht am Wochenende ihr Bestes getan, um der B 104 eine neue Fahrbahndecke zu verschaffen. Doch auf und abseits der Baustelle lief nicht alles so, wie es der eng gesteckte Zeitplan vorsah. Das bekamen die Autofahrer sowohl auf der B 104 als auch auf der Autobahn 14 zu spüren. Denn die angekündigte Vollsperrung des Paulsdamms wurde bis Montag 5 Uhr verlängert. Eigentlich sollten schon um Mitternacht die Arbeiten erledigt sein und der Verkehr zwischen Schwerin und Rampe wieder auf einer Fahrspur rollen.

Doch am Sonnabend ging für acht Stunden sogar auf der A 14 zwischen Cambs und dem Autobahnkreuz Wismar in Richtung Norden nichts. Die Strecke musste zwischen 6.45 und 14.45 Uhr wegen „Gefahrenabwehr“ gesperrt werden, hieß es auf Nachfrage unserer Redaktion von der Polizei.

Diese Gefahren hatten ihren Ursprung auf der Paulsdamm-Baustelle. Die Laster, die die 170 Grad heiße Asphaltmischung von Wismar zur Baustelle brachten, nahmen auf der Rückfahrt Kleber mit – an den Reifen. Dieser war kurz nach Beginn der Vollsperrung der B 104 am Sonnabend um 0  Uhr auf dem sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen Ortsausgang Schwerin und Rampe aufgetragen worden. Um 4 Uhr rollten die ersten Laster mit der Asphaltmischung an, die die oberste Deckschicht der Fahrbahn bildet. Und der Kleber klebte – aber nicht nur dort, wo er es sollte. Auch an den Reifen der Lkw haftete dieses Bindemittel. Auf der A 14, auf dem Weg zum Mischwerk bei Wismar, löste es sich wieder ab. Die Polizei sprach von 20 Zentimeter langen sowie fünf bis sechs Zentimeter hohen Flecken, die die A 14 zwischen Cambs und Wismar verschmutzten. Zum Glück ist nichts passiert, doch um es gar nicht erst zu einem Unglück kommen zu lassen, wurde die A 14 in Richtung Norden um 6.45 Uhr gesperrt. Mitarbeiter der Autobahnmeisterei mussten anrücken und die Kleberklumpen von der Autobahn kratzen. Das machten sie mit umgerüsteten Schneepflügen. Erst um 14.45 Uhr konnte die A 14 wieder freigegeben werden.

Da war die Hitzeschlacht auf dem Paulsdamm schon ins Stocken geraten. Schließlich wurden 38 Lkw-Ladungen a 40 Tonnen für die neue Fahrbahndecke benötigt. Doch die leeren Lkw saßen für Stunden fest, konnten nicht nach Wismar fahren, um neue Ladung aufzunehmen. Und nach dem Auftragen des heißen Asphalts und dem Walzen musste alles noch auskühlen – bei den derzeit tropischen Temperaturen.

Selbst heute sind die Bauarbeiten noch nicht komplett erledigt. Bis 26. Juli wird weiterhin auf dem Paulsdamm gearbeitet. Unter anderem müssen noch die Fahrbahnmarkierungen aufgetragen werden. Deshalb bleibt die B 104 an dieser Stelle halbseitig gesperrt, Baustellenampeln lassen den Verkehr wechselseitig durch.

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