Baumhaus : Bei den Zootieren übernachten

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Schwerins Tierpark eröffnet Baumhaus mit Forscherpfad / Humboldthaus hat jetzt einen behindertengerechten Zugang

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17. März 2014, 08:00 Uhr

Der Zoo ist um eine Attraktion reicher: Gestern wurden das Baumhaus und der neue Forscherpfad, der zugleich als behindertengerechter Zugang zum Humboldthaus dient, feierlich eingeweiht. Nahe des alten Eingangs am Waldschulweg können nun jeweils bis zu sechs Tierparkbesucher in luftiger Höhe die Nacht verbringen. Das kleine, urige Hotel auf Stelzen ist ganz aus Holz gebaut und hat auf mehreren Ebenen drei Schlafzimmerchen für je zwei Personen sowie einen Gemeinschaftsraum mit Teeküche und einen Waschraum mit Dusche. Ein separater Zugang ermöglicht den Hotelgästen auch außerhalb der Öffnungszeiten ungehinderten Zugang. Das Baumhaus kann auf der Internetseite des Zoos für 215 Euro pro Nacht gebucht werden.

„Die ersten Gäste – eine fünfköpfige Familie – waren total begeistert“, berichtete Zoodirektorin Dr. Monika Häfner. Die Übernachtung bei den Tieren sei über den Erwartungen schön und interessant gewesen. Dr. Häfner dankte den Architekten Uwe Kurzbein und Wolfram Kessler und den ausführenden Baufirmen für die solide Arbeit und ihren Mitarbeitern für viel persönliches Engagement bei der Ausgestaltung der neuen Errungenschaften.

Denn das rund 690 000 Euro teure Projekt – 90 Prozent davon kommen aus Fördermitteln – dient auch der Bildung. Diesen Aspekt hob Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow nachdrücklich hervor. Am Baumhaus und dem darunter befindlichen „grünen Klassenzimmer“ können große und kleine Zoobesucher Wissenswertes über das Leben nachtaktiver Tiere wie Waschbär, Dachs und Fischotter erfahren. Besonders ausführlich wird über die Lebensweise der Fledermäuse informiert, der Besucher kann sogar in die Echoortung der Flattertiere hineinhören. Im Forscherpfad zum Humboldthaus wird die Fora und Fauna Südamerikas vorgestellt. Zoobesucher können sich interaktiv auf die Spuren des großen Naturforschers und Entdeckers begeben und kommen schließlich im realen Leben der Tiere im Humboldthaus an. „Baumhaus und Forscherpfad sind ein neues Stück Zoo, das unseren Tierpark und die Stadt attraktiver macht. Besonders wichtig ist mir, dass so diese kommunale Einrichtung ihren Auftrag der kulturellen Bildung für Kinder und Erwachsene noch besser erfüllen kann“, sagte Gramkow. Das scheint zu gelingen. Der sechsjährige Pietje jedenfalls war zufrieden: „Ja, das ist alles sehr schön. Besonders gefällt mir das Baumhaus.“

Dass mit dem Projekt zugleich der barrierefreie Zugang zum Humboldthaus hergestellt wurde, freut die Schweriner mit Behinderung. „Alles funktioniert perfekt. Schön, dass ich jetzt auch die obere Etage erreichen kann“, schwärmte Rollstuhlfahrerin Angelika Stoof.

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