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Zu wenig Stellflächen : Behinderte suchen Parkplätze bei Ärzten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Oft fehlen gekennzeichnete Stellflächen - die Stadt prüft auf Antrag den Bedarf

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Vor vielen Arztpraxen in Schwerin gibt es keine gekennzeichneten Behindertenparkplätze. Diese Kritik erreichte unsere Redaktion schon mehr als einmal am Heißen Draht. „Das Problem ist uns bekannt“, sagt die Vorsitzende des Behindertenbeirates der Landeshauptstadt, Angelika Stoof. Der Beirat mache derzeit eine Bestandsaufnahme, schaue sich an, wie die Situation vor den Praxen aussehe, ob generell ein behindertengerechter Zugang gewährleistet sei. „Wir werden mit den Ärzten sprechen, aber auch mit der Stadtverwaltung“, kündigt Stoof an.

Eine Vorschrift, die die Einrichtung von Behindertenparkplätzen vor Arztpraxen vorsieht, gibt es offenbar nicht. Die Stadt prüfe lediglich, ob öffentliche Gebäude selbst barrierefrei zugänglich seien, erklärt Heiko Hawel vom Amt für Verkehrsmanagement. Wer einen Behindertenparkplatz in einer Straße schaffen möchte, müsse für diesen Zweck einen eigenen Antrag bei der Kommune stellen. „Wir ermitteln dann den Bedarf“, so Hawel.

Insgesamt rund 80 öffentliche Behindertenparkplätze gibt es nach Angaben von Hawel in Schwerin, darunter auch einige Stellflächen vor Arztpraxen und Ärztehäusern wie in der Voßstraße, der Röntgenstraße und der Rahlstedter Straße. Zugleich erinnert der Mitarbeiter des Amtes für Verkehrsmanagement daran, dass Menschen mit Behinderung, die Behindertenparkplätze nutzen dürften, auch noch andere Parkerleichterungen in Anspruch nehmen könnten, zum Beispiel an Parkuhren und bei Parkscheinautomaten ohne Gebühr und zeitliche Begrenzung zu halten.

Der Behindertenbeirat hatte erst jüngst gefordert, dass Behindertenparkplätze in der Stadt stärker kontrolliert werden müssten (wir berichteten). Immer wieder würden Menschen mit Behinderung, die im Besitz einer entsprechenden Parkgenehmigung seien, gerade in der Innenstadt auf blockierte Stellflächen treffen, hieß es. Unberechtigt parkende Autos müssten sofort und konsequent abgeschleppt werden, so die Forderung. Die Stadt hatte daraufhin intensivere Kontrollen zugesichert.

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