25-jähriges Bestehen : Behinderte schreiben Erfolgsstory

Laden zum Fest am 27. Juni ein: Organisator Stephan Dörfel, Geschäftsführer Stephan Hüppler und die Vorsitzende der Schweriner Lebenshilfe, Verena Riemer (v.l.).
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Laden zum Fest am 27. Juni ein: Organisator Stephan Dörfel, Geschäftsführer Stephan Hüppler und die Vorsitzende der Schweriner Lebenshilfe, Verena Riemer (v.l.).

Von der Elterninitiative zum mittelständischen Unternehmen: Dreescher Werkstätten feiern 25-jähriges Bestehen

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25. Juni 2015, 10:00 Uhr

Stephan Dörfel war dabei, damals. Am 9. November 1989 diskutierten Schweriner darüber, wie es in ihrer Stadt auf sozialem Gebiet weitergehen sollte, auch über die Frage, wie Menschen mit Behinderung künftig betreut werden sollten. Mehrere Stunden dauerte die Sitzung. „Als wir nach Hause kamen, war die Mauer gefallen“, erinnert sich Dörfel. Anfang 1990 übernahm ein Kreis von Eltern behinderter Kinder die ehemaligen Stasi-Gästehäuser in Mueß, entwickelte eigene Formen der Betreuung, kurze Zeit später wurde die Lebenshilfe in Schwerin gegründet. Stephan Dörfel war dabei.

Stephan Dörfel ist auch heute dabei, organisiert das Fest zum 25-jährigen Bestehen der Dreescher Werkstätten, das am kommenden Sonnabend, 27. Juni, gefeiert werden soll. Denn was als Elterninitiative in Mueß begann, mündete in ein Arbeitsprojekt für Menschen mit Behinderung. Am 9. November 1990, also auf den Tag genau ein Jahre nach der Maueröffnung, schlug in der Perleberger Straße die Geburtsstunde für die „Dreescher Werkstätten“. Die Trägerschaft übernahm die Lebenshilfe.

„Mit 15 Behinderten und einfachen Tätigkeiten haben wir damals angefangen“, berichtet Stephan Dörfel. Doch die Zahl der Mitarbeiter und Bewohner stieg schnell. Bereits im Mai 1992 wurden die Dreescher Werkstätten in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt, um den Vorstand der Lebenshilfe zu entlasten.

Heute sind die Dreescher Werkstätten mit Hauptsitz in der Robert-Bunsen-Straße in Schwerin-Süd einer der größten Arbeitgeber in der Region. „Wir haben rund 200 fest angestellte Mitarbeiter und mehr als 430 Mitarbeiter mit Behinderung, betreiben Werkstätten an vier Standorten, zwei Ladengeschäfte und bieten in vier Wohnstätten betreutes und außerdem unterstütztes Wohnen sowie Freizeitgestaltung an“, sagt Geschäftsführer Stephan Hüppler. Zu den Kunden gehören kleine und große Unternehmen aus Schwerin und Umgebung wie private Arztpraxen und Hotels oder die Flammaerotec GmbH, die Verwaltung des Landtages oder die Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen. Kein Wunder, dass die Vorsitzende der Schweriner Lebenshilfe, Verena Riemer, nach 25 Jahren eine positive Bilanz zieht: „Eltern nutzten nach der Wende die Chance und kämpften erfolgreich für die Förderung und Schulbildung, für Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten ihrer Kinder.“

Das Jubiläum wollen Dreescher Werkstätten und Lebenshilfe gemeinsam feiern, sich mit ihren Dienstleistungen und Produkten präsentieren. Bunt soll das Fest werden, das am Sonnabend um 14 Uhr auf dem Gelände in der Bunsenstraße 11 beginnt. Eine Hüpfburg, der Schweriner Kletterwald, Ponys, eine interaktive Aktionsstraße und das Spielmobil des Landessportbundes laden Groß und Klein ein. Die Feuerwehr demonstriert, wie ein Brand gelöscht oder ein Auto aufgeschnitten wird. Auf der Bühne begrüßt Comedian Leif Tennemann die Gäste, NDR-Moderatorin Dörthe Graner führt durchs Programm. Von 19 Uhr an spielt die After Eight Showband. „Für jeden Gast wird etwa dabei sein“, sagt Stephan Dörfel, der auch wieder dabei ist.

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