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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 05:29 Uhr

Regen in Schwerin : Becken für 360 Kubikmeter Wasser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue unterirdische Kaverne am Faulen See klärt Regenwasser von 30 Hektar Fläche vom Großen Dreesch

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Zwölf Tonnen wiegt die Stahlbetonplatte, die millimetergenau auf das u-förmige Wannenelement aufgesetzt werden muss. Deshalb arbeiten die Bauleute der Firma Eurovia und der Kranfahrer von Ulfers und Wittrock sehr ruhig und sorgfältig – ein eingespieltes Team. Denn nur die hohe Präzision garantiert, dass das Bauwerk, das sie an der Crivitzer Chaussee unterhalb der SVZ errichten, auch wirklich wasserdicht ist. Sie bauen im Auftrag der städtischen Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin (WAG) eine Regenwasserbehandlungsanlage.

„Dieses Becken fasst rund 360 Kubikmeter“, erläutert Christian Friederich, Baubeauftragter der WAG. „Es wird das Regenwasser aufnehmen, das auf einer Fläche von rund 300 Hektar anfällt. Das ist der halbe Große Dreesch, konkret der Bereich zwischen Stauffenbergstraße und Crivitzer Chaussee, Ludwigsluster Chaussee und Friedrich-Engels-Straße.“ Für die andere Hälfte des Stadtteils übernimmt diese Aufgabe das vor einem Jahr fertig gestellte Becken hundert Meter weiter östlich unterhalb des Sportplatzes.

In den Plattenbaugebieten gibt es getrennte Kanäle für Regen- und Abwasser. Bisher konnte das Oberflächenwasser, das mit Straßenschmutz, aber mitunter auch Öl und Fett belastet ist, unbehandelt in die Seen laufen. Das wird sich nun ändern. In der Regenwasserbehandlungsanlage werden sich Schwebstoffe und Sand und Schmutz ablagern und in regelmäßigen Abständen entfernt und fachgerecht entsorgt, erklärt Friederich das Prinzip.

Gebaut wurde das 30 Meter lange, sechs Meter breite und drei Meter tiefe Becken in erstaunlich kurzer Zeit – dank Fertigteilbauweise. „Das hat den großen Vorteil, dass der Beton nicht erst einen ganzen Monat aushärten muss, denn das hat er schon im Betonwerk gemacht“, sagt der Bauleiter. Und auch das Verfugen fällt dank moderner Bautechnik weg: Die Betonteile werden mittels Bolzen zusammengezogen. Zwischen den einzelnen Segmenten befinden sich langlebige Kunststoffdichtungen.

Ob das Becken tatsächlich dicht ist, wird in dieser Woche überprüft. Ist alles in Ordnung, können die Spundwände der Baugrube entfernt werden und das Gelände wird wieder mit Boden aufgefüllt und das Profil angeglichen.

„Es werden nur die Kontrollluken zu sehen sein“, kündigt der Bauleiter an. „Wir wollen die Eingriffe in die Natur auf ein Minimum reduzieren“, sagt Friederich. Deshalb sei die Lage des Beckens so gewählt worden, dass die alten Eichen des Landschaftsparks nicht angetastet wurden. Die Pflasterung für den Auslauf der Regenwasserbehandlungsanlage in den Faulen See sei aber unverzichtbar. „Wenn bei Starkregen das Wasser aus dem 1000er-Rohr herausschießt, hat das schon ordentlich Gewalt“, sagt Friederich. Die Schilfinsel, die sich am alten Einlauf gebildet hatte, wird erhalten bleiben. Dort wurde nur etwas Sand weggebaggert.

In Betrieb genommen wird die Anlage Ende dieses Monats.

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