Amtseid geleistet : Beamte unterrichten jetzt unsere Schüler

Drei von 190 frisch ernannten Beamten: Bildungsminister Mathias Brodkorb gratuliert den Lehrerinnen Birthe Buczilowski, Marit Danielsen und Corinne Daluege (v.l.).
Drei von 190 frisch ernannten Beamten: Bildungsminister Mathias Brodkorb gratuliert den Lehrerinnen Birthe Buczilowski, Marit Danielsen und Corinne Daluege (v.l.).

Bildungsminister nahm 190 Lehrern aus Westmecklenburg den Amtseid ab und übergab ihnen die Ernennungsurkunden

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07. Juli 2014, 21:15 Uhr

Endlich berufliche Sicherheit und eine private Krankenversicherung – so fasst Corinne Daluege von der Schweriner Grundschule am Mueßer Berg die Vorteile ihrer Verbeamtung zusammen. Sie ist eine von 190 Lehrern aus den Kreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sowie aus Schwerin, die Landesbildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gestern im Schweriner Goethegymnasium in den Beamtenstatus „auf Widerruf“ hob. Bis Donnerstag sollen insgesamt 672 der landesweit 10 500 Lehrer ihre Ernennungsurkunden erhalten, hinzu kommen 93 Referendare, die ihr Zweites Staatsexamen in der Tasche haben. Damit will die Landesregierung den Lehrerberuf attraktiver machen und Pädagogen in den Nordosten locken.

Bundesweit verzichten nur noch Berlin und Sachsen darauf, ihre Lehrer zu verbeamten. Natürlich mache die Verbeamtung den Lehrerberuf jetzt auch im Nordosten attraktiver, bestätigen Birthe Buczilowski, Lehrerin an der Förderschule Parchim, und Marit Danielsen, Lehrerin an der Grundschule Crivitz. Das Interesse am Schuldienst in MV sei sprunghaft angestiegen, sagt Brodkorb. So hätten noch im Jahr 2011 mangels Bewerber nur 140 von 170 ausgeschriebenen Stellen besetzt werden können. Für das kommende Schuljahr 2014/15 hingegen habe es für 600 zu vergebende Stellen 1700 Bewerber aus ganz Deutschland gegeben.

Allerdings hatte das festgelegte Höchstalter von 40 Jahren für die Verbeamtung im Vorfeld Kritik ausgelöst. Die Lehrerverbände hatten angesichts der niedrigen Zahl der Berechtigten eine höhere Altersgrenze von 45 Jahren verlangt, konnten sich aber nicht durchsetzen. Die Landesvorsitzende der Erziehungsgewerkschaft GEW, Annett Linder, erneuerte daher ihre Forderung nach einer stärkeren Entlastung älterer Lehrer. „Sie haben jahrelang auf Gehalt verzichtet und müssen bundesweit mit die höchste Zahl von Schulstunden geben.“

Neben der Verbeamtung erhalten rund 2 000 Lehrer an Regionalen Schulen und Gesamtschulen vom kommenden Schuljahr an dasselbe Gehalt wie Gymnasiallehrer. Das teilt das Ministerium mit. „Dies sei deshalb gerecht, weil die meisten dieser Lehrkräfte dieselbe Ausbildung absolviert haben“, erklärte der Bildungsminister.




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