Schildbürgerstreich in Schwerin : Baustopp in der Hagenower Straße

Gefährlicher statt sicherer: An der Einmündung Mettenheimer- und Hagenower Straße müssen sich die Verkehrsteilnehmer jetzt an einer aufgerissenen Fahrbahn vorbeischlängeln.
Gefährlicher statt sicherer: An der Einmündung Mettenheimer- und Hagenower Straße müssen sich die Verkehrsteilnehmer jetzt an einer aufgerissenen Fahrbahn vorbeischlängeln.

Land zeigt Stadt die Rote Karte: Pläne für Kreuzungsbereich Mettenheimerstraße müssen noch einmal überarbeitet werden

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16. April 2015, 08:00 Uhr

Aufgerissener Asphalt, eine gesperrte Fahrbahn, Warnbaken – in der Hagenower Straße sieht es aus wie nach einer Explosion. Übersichtlicher wollte die Stadt die Einmündung zur Mettenheimerstraße machen, eine Verkehrsinsel bauen, die neu geschaffene Vorfahrt für Fahrzeuge aus der Mettenheimer deutlicher kennzeichnen (wir berichteten). Doch nun ruhen die Arbeiten. Grund: Das Land hat einen Baustopp verhängt. „Wir wollen verhindern, dass weiter vollendete Tatsachen geschaffen werden“, sagt der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Steffen Wehner.

Tatsachen hat die Stadt bereits geschaffen – mit der zu Beginn des Jahres geänderten Vorfahrt – und dabei offenbar eigenmächtig gehandelt. „Wenn eine Vorfahrt neu geregelt wird, muss das Landesamt für Straßenbau und Verkehr beteiligt und die Zustimmung des Ministeriums eingeholt werden“, erläutert Wehner. Die Stadt habe einen entsprechenden Antrag jedoch erst auf Nachfrage gestellt. „Die Begründung für die Vorfahrtsänderung reichte uns allerdings nicht aus“, so der Ministeriumssprecher. Und weil auch eine weitere Erklärung der Stadt noch Fragen offen gelassen habe, sei schließlich der Baustopp verhängt worden.

Es gibt aber Hoffnung: Um Bewegung in die verfahrene Situation zu bringen, trafen sich gestern Vertreter von Stadt und Land im Ministerium. Dabei habe die Kommune deutlich gemacht, dass die Vorfahrt an der Einmündung Mettenheimer- und Hagenower Straße nicht nur geändert worden sei, um den Busverkehr durch die Gartenstadt zu beschleunigen, sondern auch, um das künftige Gewerbegebiet besser entwickeln zu können, berichtet Wehner. Im Ergebnis habe das Land die Stadt aufgefordert, den Kreuzungsbereich noch einmal zu überplanen, möglicherweise auch über eine Ampel nachzudenken.

„Das Gespräch im Ministerium ist in einer konstruktiven Atmosphäre geführt worden“, bestätigt Schwerins Baudezernent Bernd Nottebaum. Bis Mitte nächster Woche werde die Stadt eine neue Planung vorlegen, die auch mehr Sicherheit für Radfahrer schaffe, kündigt er an. Nach dem anfänglichen Alleingang setze die Kommune nun auf Kooperation, betont Nottebaum. „Das Land hat zugesagt, über unsere neuen Vorschläge kurzfristig zu entscheiden.“ Voraussichtlich Ende April könnten die Arbeiten in der Mettenheimer- und der Hagenower Straße dann weitergehen.

An der Einmündung, die die Stadt nach mehreren Unfällen sicherer machen wollte, herrscht derweil große Unsicherheit. Die Verkehrsteilnehmer schlängeln sich am aufgerissenen Fahrbahnabschnitt vorbei. Vor allem für Radfahrer sei die Situation gefährlich, schildert unser Leser Michael Kropp.

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