Schweriner Geschäftsleute klagen : Baustellen: Zoff am Wittenburger Berg

Noch rollt der Verkehr am Wittenburger Berg. Im kommenden Jahr werden Bauzäune das Bild bestimmen, die Geschäfte und Lokale optisch „wegsperren“ und die Kunden zu Umwegen zwingen.
Noch rollt der Verkehr am Wittenburger Berg. Im kommenden Jahr werden Bauzäune das Bild bestimmen, die Geschäfte und Lokale optisch „wegsperren“ und die Kunden zu Umwegen zwingen.

Gewerbetreibende sehen ihre Unternehmen durch die lange Sanierungszeit der Wittenburger Straße in Gefahr – Stadt prüft Hilfe

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10. Juni 2016, 05:00 Uhr

Die Stadtvertreter haben es beschlossen: Auch im kommenden Jahr wird in der Wittenburger Straße gebuddelt. Von der Eisenbahnbrücke bis fast zum Marienplatz werden die Straßenbahngleise auf die andere Straßenseite verlegt. Dagegen läuft eine „Interessengemeinschaft Lübecker Straße-Schweriner Höfe-Wittenburger Straße“ (LHÖW) Sturm. Der Zusammenschluss von Gewerbetreibenden hat nicht grundsätzlich etwas gegen das Bauvorhaben. Sie haben „das Gefühl der Ohnmacht“ und „berechtigtes Unverständnis über die Planung und Durchführung dieser Baumaßnahme“, schreiben sie in einem vierseitigen Brandbrief an die Oberbürgermeisterin und die Fraktionsvorsitzenden in der Stadtvertretung.

Denn für sie bedeutet die Sanierung der Wittenburger Straße bisher „eine dreieinhalb jährige vollständige Unterbrechung von unverzichtbaren Wege- und Verkehrsbeziehungen“, die für die Gewerbetreibenden „eine existenzielle Bedrohung“ darstellen. Die Händler und Gastronomen vermissen eine „Kommunikation der Stadt Schwerin mit ihren Gewerbetreibenden, wie diese Situation gemeinsam gemeistert oder zumindest abgemildert werden kann“. Und auch die Kommunalpolitiker stehen in der Kritik. „Es ist für uns nicht akzeptabel, dass die Stadtvertretung keine Forderungen für die Gewerbetreibenden eingebracht hat.“ Schließlich habe es bereits Geschäftsschließungen und Einschränkungen der Öffnungszeiten gegeben.

Die bisher vermisste Kommunikation hat Baudezernent Bernd Nottebaum inzwischen nachgeholt. In einem Gespräch mit den Gewerbetreibenden wurde nach Lösungen gesucht. „Wir prüfen derzeit, ob wir die Bauzeit verkürzen können“, so Nottebaum. Kann in zwei Schichten oder auch am Wochenende gearbeitet werden? „Da kommt es natürlich auf die Mehrkosten an und ob die Stadt das Geld dafür hat.“ Der Baudezernent will auch prüfen, ob für das Marketing der Gewerbetreibenden etwas getan werden kann. Doch auch das ist eine Frage des Geldes.

Obwohl es noch keine definitiven Zusagen von Seiten der Stadt gibt, ist Thomas Niendorf zufrieden. „Es war ein sehr offenes und konstruktives Gespräch“, sagte der Betreiber des Restaurants Zeppelin in den Schweriner Höfen. „Der Baudezernent ist nicht gleich auf Abwehr gegangen.“ Niendorf ist gespannt auf das nächste Gespräch mit der Stadtverwaltung. Das soll am 20. Juni stattfinden.

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