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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 09:30 Uhr

Ungeziefer : Baustellen vertreiben Ratten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Früher Überträger der Pocken, heute lästiges Ungeziefer: Was die Nager aufschreckt und wann sie zur Plage werden

Anwohner sind genervt und die Ratten haben schon längst das Weite gesucht. Die Baustelle am Bürgermeister-Bade-Platz hat bei Nagern und Ungeziefer eine Wanderung ausgelöst. Das berichtet Gerit Hübner vom Fachbereich Gesundheit in der Stadtverwaltung. Mit der Erneuerung der Kanalisation zerstörten die Bauarbeiter das Zuhause mehrerer Wanderratten und anderen Ungeziefers. Die Tiere, die noch vor 100 Jahren als Überträger der Pocken verschrien waren, fanden längst woanders Unterschlupf.

Eine richtige Nager- oder Ungezieferplage hatte Schwerin seit Jahren nicht, nur kurzzeitig deutete sich beim Abriss der Marienhöfe eine leichte „Rattenplage“ an – ebenfalls eine Baustelle. „Gerade dann behalten wir die Rattenpopulation im Auge“, sagt Gerit Hübner. So auch in der Mühlentwiete in der Weststadt. Anwohner beschwerten sich kürzlich am Heißen Draht der SVZ über Ratten. „Wir gehen der Sache nach“, erklärt die Ärztin. Ein Mitarbeiter werde sich die Mülltonnen vor Ort ansehen.

Bestätigt sich der Verdacht, wird es ernst: Eine mögliche Rattenbeseitigung auf öffentlichen Flächen, für die laut Gesetz die Stadtverwaltung zuständig ist, würde eine äußerst giftige und langwierige Angelegenheit, bei der auch Hunde, Katzen und Kleinkinder in Gefahr geraten können. Deshalb geht das Gesundheitsamt sensibel vor: „Ratten sind nur dann zu bekämpfen, wenn die Gefahr besteht, dass sie Krankheitserreger auf Menschen übertragen können“, sagt Gerit Hübner. „Das passiert aber meistens nur bei engem ,Kuschelkontakt’ oder Kontakt mit Rattenkot, wie beim Abreißen alter Schuppen.“

Bestätigt der Fachbereich für Gesundheit den Rattenverdacht, sind Haus- und Grundstückseigentümer gefragt. Das Gesundheitsamt kann sogar eine Beseitigungs-Maßnahme in einem Privatbereich anordnen. Auf städtischen Boden sind die SDS - Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen gefragt. „Dann tritt der betriebseigene Schädlingsbekämpfer in Aktion“, erklärt Hübner. Grundstückseigentümer müssen einen eigenen Dienst beauftragen.

Drei weitere Hinweise gibt die Ärztin den Schwerinern mit auf den Weg, um Ratten nicht weiter in die Stadt zu locken: Speisereste gehören nicht in die Toilette – das bedeutet nämlich Leckereien für Ratten in der Kanalisation. Mülltonnen und gelbe Säcke sollten erst am Tag der Abholung bereitgestellt werden – die Abholer finden in Schwerin öfter einmal Nagerspuren an den Säcken. Und auf Komposthaufen gehören Grünabfälle, aber keine Lebensmittelreste.


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