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Schwerin: Erdarbeiten behindern Einsätze : Baustelle bremst Lebensretter aus

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Die Anwohner der Bergstraße leben gefährlich. Denn aufgrund der Erdarbeiten, die bis ins nächste Jahr gehen werden, kommen Rettungsfahrzeuge nur langsamer zu potenziellen Einsatzorten.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 12:24 Uhr

Schelfstadt | Die Anwohner der Bergstraße leben gefährlich. Denn aufgrund der abschnittsweisen Erdarbeiten, die bis ins nächste Jahr gehen werden, kommen Rettungsfahrzeuge nur langsamer zu potenziellen Einsatzorten. Tagsüber müssten im Notfall Bauleute und Baufahrzeuge zuerst einmal den Weg für Krankenwagen und Feuerwehr räumen. In der Nacht sollen schwere Metallplatten über den Baugruben den Lebensrettern freie Fahrt geben. "Das kontrollieren wir auch täglich", versichert Dezernent Dr. Wolfram Friedersdorf, der sowohl für das Baugeschehen in der Stadt als auch für die Feuerwehr verantwortlich ist. Er gibt aber auf Nachfrage unserer Zeitung zu: "Die Rettungszeiten am Tag einzuhalten, ist kaum möglich."

Der erste Bauabschnitt vom Ziegenmarkt bis zur Einmündung Lehm- und Taubenstraße soll im Frühsommer fertig gestellt sein. Der sich anschließende zweite Teilbereich bis zur Einmündung Hospital- und Landreiterstraße wird voraussichtlich erst 2014 fertig. Für den dritten Bereich von der Hospital- bis zur Knaudtstraße fehlt noch das Geld. Die Fahrbahn wird breiter, der erste Abschnitt nach Erneuerung aller unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen gepflastert, der zweite asphaltiert. Wechselseitig angeordnete Promenadenleuchten sollen künftig die Trasse erhellen. Die Baukosten betragen rund 970 000 Euro. Davon sind rund 520 000 Euro Städtebaufördermittel.

Neben den Rettungszeiten ist für die Stadt das Parkplatzproblem das größte. "Wir haben mit den zusätzlichen Stellplätzen auf dem alten Klärwerksgelände und der ehemaligen Polizei-Fläche für die Bauphase gute Angebote geschaffen", sagt Frieders dorff.

Gar kein Angebot sehen dagegen die verantwortlichen der Designschule. Nach bisheriger Planung wäre die Schule von Sommer an mindestens ein halbes Jahr nicht mehr mit Fahrzeugen erreichbar. Dabei gehe es nicht nur um den täglichen Schulablauf. Im Oktober soll der Hochschulbetrieb beginnen. Dafür müsse teilweise auch schwere Technik angeliefert werden. "Da geht es uns wie allen anderen in der Straße: Lieferfahrzeuge erreichen uns nicht", sagt der stellvertretende Geschäftsführer Stephan Haring. Würde der Bauherr, die Entwicklungsgesellschaft EGS, den zweiten Bauabschnitt in mehrere kleine unterteilen, ließe sich die Zeit der Unerreichbarkeit verringern, sagt Haring.

Das Ansinnen versteht Frieders dorff. Er werde das Gespräch mit der EGS suchen, sagt er, verweist aber auch darauf, dass die Kosten nicht steigen dürfen und es technisch machbar sein muss.

Für die Designschule steht ohne schnelle Hilfe noch ein ganz anderes Problem an: "Wir sind auch für die Sicherheit verantwortlich. Wenn Rettungswege nicht gegeben sind, dürfen wir nicht beschulen." Muss die Designschule gar während der Bauphase komplett schließen?

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