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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 15:56 Uhr

Geld fehlt : Baustau an den Schulen der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Trotz aller Anstrengungen fehlen jedes Jahr etwa 200 000 Euro für die Bauunterhaltung

svz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Die Stadt hat die Ferienzeit genutzt, um ihre Schulen auf Vordermann zu bringen. In diesem Sommer wurden rund 820 000 Euro in die Instandhaltung gesteckt. Dabei wurden Malerarbeiten erledigt, Fußböden erneuert oder auch Ausweichräume für das Goethegymnasium hergerichtet.

Insgesamt gibt das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt (ZGM) in diesem Jahr 2,3 Millionen Euro für die Unterhaltung der städtischen Gebäude aus. Allein zwei Millionen davon gehen in die städtischen Schulen. Größter Einzelposten ist die Turnhalle der Werner-von-Siemens-Schule. Dach und Fassade wurden erneuert und neue Fenster eingebaut. „Das bringt uns deutliche Kostensenkungen“, sagte ZGM-Chef Ulrich Bartsch. „Allein bei der Wärmeversorgung sparen wir nur bei dieser Turnhalle etwa 25 Prozent.“ Solche „energetischen Verbesserungen“ hat Bartsch deshalb zum Schwerpunkt der Bauunterhaltung erklärt und erläutert das mit einem Beispiel. „Für die Turnhalle in der Ratzeburger Straße geben wir im Jahr etwa 53 000 Euro für Wärme aus. Nach einer Sanierung sind es etwa 13 000 bis 15 000 Euro weniger.“ Was bei den Stadtwerken nicht gerade für Freude sorgt, wie Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sagt. „Die Stadtwerke müssen die produzierte Wärme los werden, um die Rentabilität der Kraftwerke zu verbessern. Wir müssen aber auch auf den städtischen Haushalt schauen.“

Doch dem ZGM geht es nicht nur um eine Verbesserung der Energiebilanz. So wurde in der Friedensschule der Parkettfußboden in einigen Klassenräumen aufgearbeitet, ebenso in den Turnhallen der Heinrich-Heine-Schule und der Friedensschule. Die Kästnerhalle bekam einen komplett neuen Bodenbelag. An der Erich-Weinert-Schule wurde ein nicht mehr benötigter Heizöltank verfüllt. An der Nils-Holgersson-Schule wurde die Elektroanlage erneuert, der Jugendclub in Lankow bekam eine neue Wärmeanschlussstation. „Auch das spart Heizkosten“, so Ulrich Bartsch.

Für das Goethegymnasium muss die Stadt während der Bauarbeiten zur Erweiterung der Schule Ausweich-Klassenräume zur Verfügung stellen. Die wurden für den Chemieunterricht in der Ratzeburger Straße geschaffen. Der Musikunterricht findet jetzt an der ehemaligen Berufsschule Bau in der Friesenstraße statt. „Das ist keine glückliche Lösung für die Gymnasiasten, dass sie jetzt an mehreren Standorten Unterricht haben“, so der ZGM-Chef. „Aber es geht nicht anders während der Bauphase.“

Große Probleme hat das Zentrale Gebäudemanagement immer wieder mit alten Schulen. „Die hundert und mehr Jahre alten Gebäude entsprechen nicht mehr den Vorstellungen von einer modernen Schule“, sagte Ulrich Bartsch. „Große Umbauten sind oft nicht möglich.“ Doch der städtische Betrieb macht, was geht. So wurde an der Friedensschule die Essenausgabe erweitert. „Die hygienischen Bedingungen waren nicht mehr tragbar“, so Bartsch. Ähnlich sieht es an der Fritz-Reuter-Schule aus. „Hier werden wir im kommenden Jahr etwas tun.“

Trotz aller Bemühungen – an Schulen und Sportstätten werden die Schäden und Unzulänglichkeiten immer größer. Die Stadt kommt mit der Bauunterhaltung nicht nach – trotz des Einsatzes von zwei Millionen Euro im Jahr. „Die Summe ist eigentlich nicht ausreichend“, bekennt Oberbürgermeisterin Gramkow. „Doch mehr lässt die Haushaltslage der Stadt nicht zu.“ Die Folge: Der Unterhaltungsstau wird immer größer. Pro Jahr fehlen rund 200 000 Euro. Deutliches Beispiel: Das Sonderpädagogische Förderzentrum am Fernsehturm. „Hier müssen wir für die Schwächsten der Gesellschaft dringend etwas tun“, so Angelika Gramkow.

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