Holthusen : Baupläne für die Kleinsten

Lernen die Wochentage und trommeln dazu mit den Händen auf dem Tisch: Lukas, Paul, Lena, Yassin und Mika (v.l.) mit ihrer Erzieherin Birgit Steusloff. Fotos: Heidrun Pätzold (2)
1 von 2
Lernen die Wochentage und trommeln dazu mit den Händen auf dem Tisch: Lukas, Paul, Lena, Yassin und Mika (v.l.) mit ihrer Erzieherin Birgit Steusloff. Fotos: Heidrun Pätzold (2)

Jetzige Räumlichkeiten in der alten Dorfschule sind beengt und müssten dringend saniert werden, doch der Aufwand ist zu hoch

von
23. November 2015, 18:58 Uhr

Es ist entschieden: Holthusen will eine neue Kita bauen. Das jetzige Haus, das früher die Dorfschule war, ist zu klein. Vor allem aber genügt es nicht mehr heutigen Ansprüchen. Das weiß auch Kita-Leiterin Heidi Runow. „Der Zahn der Zeit hat mächtig daran genagt. Gemeinde und Eltern haben immer wieder alles daran gesetzt, die Bedingungen zu verbessern. Das Haus hat auch seinen Charme. Wir fühlen uns trotz der Enge hier wohl“, sagt sie und fährt fort: „Aber Haus und Bausubstanz sind nun mal alt.“ Hinzu komme, dass wieder mehr Kinder angemeldet werden. Derzeit betreuen die Erzieher knapp 70 Kinder in Krippe, Kita und Hort. Und bis 2017 liegen schon jetzt 13 Anmeldungen vor.

Um das alte Gebäude auf Vordermann zu bringen, müsste es entkernt, isoliert und der Dachstuhl erneuert werden. Auch der Zuschnitt des Hauses sei derzeit nicht optimal. Umfassende Bauarbeiten bei laufendem Betrieb, das würde gar nicht gehen, erklärt Bürgermeisterin Marianne Facklam. Dann müssten die Kinder vorübergehend anderweitig untergebracht werden. Über all die Varianten habe man in der Gemeindevertretung gesprochen und sich auch mit einem Planungsbüro beraten. Letztendlich sei man zum Ergebnis gekommen, dass eine Sanierung des Kita-Gebäudes aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar sei. Und ein Neubau auf dem Gelände am jetzigen Kita-Standort käme auch nicht in Frage. Denn man wolle das alte Haus nicht abreißen. Was damit überhaupt passieren soll, wisse man noch nicht genau, so die Bürgermeisterin. Denkbar wäre aber wieder eine Nutzung als Wohnhaus.

Die neue Kita soll auf dem Gelände in Nähe des alten Mietenplatzes gebaut werden. Zu diesem Zweck tauscht die Gemeinde mit der Agrargemeinschaft Holthusen Flächen. Die Genossenschaft zieht mit ihren Ställen aus dem Dorf und will auf der grünen Wiese eine moderne Milchviehanlage bauen. Die Kita bleibt im Dorf. Weil es sich aber um ein größeres Areal handelt, plant die Gemeinde, die Fläche auch für den Eigenheimbau zu erschließen. So sieht es der Bebauungsplan Nummer zehn vor. Der B-Plan soll den Einwohnern auf einer Versammlung im Januar vorgestellt werden, betont die Bürgermeisterin.

Entstehen soll aber nicht nur eine neue Kita. Der Flachbau soll einen multifunktionalen Anbau erhalten. Marianne Facklam: „Es soll gleichzeitig ein großer Gemeinderaum entstehen, in dem zum Beispiel ein fester Friseur-Arbeitsplatz eingerichtet wird. Es gäbe Friseur-Module, die man dafür nutzen könnte, erläutert Marianne Facklam. Denkbar sei auch, das s dann eine medizinische Sprechstunde in diesem Raum stattfindet. Der Anbau soll zudem für gesellige Treffs dienen. Die Spielenachmittage im Gemeindehaus seien immer so gut besucht, dass der Raum rappelvoll ist, unterstreicht die Bürgermeisterin.

Der Neubau der Kita mit dem multifunktionellen Zentrum soll eine Grundfläche von knapp 1000 Quadratmetern haben. Geht es nach den Vorstellungen der Kommune, soll 2017 mit dem Neubau begonnen werden. „Das ist unser Ziel“, sagt die Bürgermeisterin. Jetzt gehe es um die Vorbereitungen. So sind Abstimmungen mit der Stadt Schwerin nötig. Holthusen möchte Fördermittel für das Projekt nutzen. Nach ersten groben Schätzungen geht die Gemeinde davon aus, dass der Neubau zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro kosten wird.

Auch wenn die Genossenschaft aus dem Dorf ziehen wird, der Kinderbauernhof und die Eisproduktion bleiben am jetzigen Standort. Der Hof mit Esel, Ziege Schaf und Minibauchschweinen sei vom Frühjahr bis Herbst ein großer Anziehungspunkt und soll sogar ausgebaut werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen