zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

21. September 2017 | 21:39 Uhr

Bauen in Schwerin : Baupläne der Stadt wackeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Es gibt leichte Verzögerungen auf den städtischen Baustellen – doch die Stadt hält noch an fast allen Terminen fest

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Wohl noch nie war die Stadt in einem solchen Umfang Bauherr, wie jetzt: der Heinehort, der Cityhort, die Schule in der Hafenstraße, ein Sozialgebäude für den Sportpark Lankow, die Baumaßnahme für die Warnitzer Feuerwehr – die Landeshauptstadt ist Großinvestor. Doch es läuft nicht alles rund. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Unabhängigen Bürger zur Feuerwehr Warnitz hervor. Da musste Oberbürgermeister Rico Badenschier einräumen: „Anfänglich hat die bauausführende Rohbaufirma zum Teil säumig gearbeitet.“

Auch im Hafen wackelt ein weiteres Vorhaben. Zum Beginn des neuen Schuljahres Anfang September soll die im Bau befindliche Schule in der Hafenstraße bezogen werden. Offiziell zeigen sich die Verantwortlichen der Stadt noch optimistisch, nennen das Ziel aber „sehr sportlich“. Das Winterwetter lässt in den Amtsstuben insgeheim schon erste Zweifel aufkommen, ob das was wird.

Beim Heinehort hat das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt als Auftraggeber mit einer Unterbrechung von etwa einer Woche im Januar gerechnet. Die Baustelle ruhte länger. Jetzt wartet die Baufirma wieder auf Plusgrade, um den Beton für die Bodenplatte zu gießen.

Doch das Winterwetter ist nicht der eigentliche Grund für Bauverzögerungen. Viele Baufirmen haben sich übernommen, analysiert Badenschier. So musste die Baufirma in Warnitz „mehrmals“ aufgefordert werden, „die Baustelle ausreichend mit Personal zu besetzen“.

Doch nicht nur in Warnitz klemmt es offenbar, sondern „an vielen Baustellen“. Die sehr gute Auftragslage der Baubranche führt dazu, dass Baufirmen „ihre verschiedenen Auftraggeber nicht vertragsgerecht bedienen können“. Oder es gehen nach Ausschreibungen nur „Abwehrangebote“ ein. Das heißt: Um im Gespräch zu bleiben machen die Unternehmen zwar ein Angebot, aber deutlich über marktüblichen Preisen, um den Auftrag nicht zu bekommen. Oder es kommen gar keine Angebote. Die Folge: Ausschreibungen müssen wiederholt werden. Das führt zu Verzögerungen, weil gesetzlich vorgegebene Fristen einzuhalten sind. Bei der Feuerwehr Warnitz betrifft das beispielsweise die Putzarbeiten und den Trockenbau. Dazu kämen extrem lange Lieferzeiten der Industrie, beklagt Badenschier. Als Beispiel führt er wieder das Spritzenhaus in Warnitz an. Die Fassadenplatten können erst acht Wochen nach der Bestellung geliefert werden. Die Falttore für die Fahrzeughalle haben sogar eine Lieferzeit von zehn Wochen. Vom Zentralen Gebäudemanagement heißt es aber noch: der Fertigstellungstermin im April kann gehalten werden, wenn es keine „witterungsbedingten Unterbrechungen“ gibt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen