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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 14:22 Uhr

Wegestreit in Pinnow : Bauernverband will schlichten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wirtschaftsausschuss fordert Korrektur der Verkehrseinschränkungen, Gespräche für Dienstag geplant

von
erstellt am 12.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Die Diskussionen um die Tonnagebegrenzung in Pinnow sind noch nicht beendet. Nicht nur bei Bauern regt sich der Unmut und zugleich die Sorge, die Vorgehensweise, Landwirte von Verbindungsstraßen auszuschließen, könnte Schule machen. Die Gemeinde Pinnow hatte per Beschluss über den Landkreis Ludwigslust-Parchim veranlasst, dass ein Teilstück der Straße zwischen Pinnow und Muchelwitz mit einer Tonnagebegrenzung von 7,5 Tonnen versehen wurde. Für einige Landwirte bedeutet das nun Umwege bis zu ihren Feldern. Gefördert wurde der Weg zum Teil aus Mitteln   des  Landwirtschaftsministeriums und auch des Wirtschaftsministeriums.  Einen kleinen Teil übernahm damals der Landkreis (SVZ berichtete).

Für Lothar Rackwitz, Vorsitzender  der Wirtschaftsvereinigung Schweriner Seenland, ist diese Vorgehensweise ein Unding. „Während eine Einschränkung der Verkehrsgefährdung durch  mautsparende Lastwagen  hier begrüßt werden darf, ist ein Durchfahrtsverbot für landwirtschaftliche Fahrzeuge völlig überzogen und muss sofort korrigiert werden“, erklärt er. Rackwitz ist zudem  Mitglied des Wirtschafts- und Tourismusausschusses   im Amt Crivitz . „Unsere im Amtsbereich  tätigen Landwirtschaftsbetriebe, die ohnehin durch die starken Regenfälle in ihrer Arbeit über die Maßen  belastet sind und riesige Ernteverluste haben werden, dürfen nicht noch durch wenig durchdachte und kleinkarierte Schikanen in ihrer Arbeit behindert werden“, betont der Pinnower und fordert eine zusätzliche Beschilderung mit dem Verweis „Anlieger und landwirtschaftlicher Verkehr frei”.

Auch Frank Piehl würde es begrüßen, wenn die Gemeinde Pinnow den Weg wieder für alle Bauern freimacht. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Parchim  ist enttäuscht: „Die Gemeinde hat jüngst eine Auszeichnung bekommen als schönstes Dorf, wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgezeichnet, hat viele Gelder aus Fördertöpfen des Agrarsektors bekommen und nicht zuletzt auch für diese Straße. Und dann geht sie so mit Landwirten um. Das ist unverständlich“, betont er. Piehl   appelliert  noch einmal an den „gesunden Menschenverstand“ und hofft, dass ein Gespräch   mit allen Beteiligten eine Lösung hervorbringt.

 Zur nächsten Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend um 19 Uhr will er gemeinsam mit den betroffenen Landwirten  und  Vertretern des Kreis- sowie Landesbauernverbandes nach Pinnow fahren, um  noch einmal das Anliegen anzusprechen. „Es ist ein Versuch, das Ganze vernünftig zu klären. Ich hoffe, dass auch die Anwohner sich gesprächsbereit zeigen“, sagt Frank Piehl. 
 

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