Leezen : Bauerngold wird zum Sorgenkind

Landwirt Detlef Hönicke macht sich Sorgen um die diesjährige Rapsernte.  Fotos: Katja Müller
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Landwirt Detlef Hönicke macht sich Sorgen um die diesjährige Rapsernte. Fotos: Katja Müller

Nach Beize-Verbot für die Rapssaat sind die ersten Schäden auf Feldern sichtbar – Landwirte haben Bestand schon reduziert

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13. März 2015, 11:00 Uhr

Die gelb leuchtenden Rapsfelder in der Region ließen nicht nur bei den Einheimischen und Urlaubern die Herzen höher schlagen, auch für die Landwirte war die Feldfrucht bisher eine sichere Bank. Ökologisch wie auch ökonomisch sorgte Raps für ein gutes Gefühl. Doch in diesem Jahr wird die gelbe Pracht im Land nur mäßig vertreten sein. Grund dafür ist unter anderem eine fehlende Beize beim Saatgut. „Die neonikotinoide Beize wurde von der Europäischen Union als bedenklich eingestuft und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat sie dann verboten. Daran haben wir uns selbstverständlich gehalten und bekommen jetzt die Quittung“, sagt Detlef Hönicke und zeigt auf die großen braunen Stellen auf dem Acker. Denn auf rund fünf Prozent der Rapsflächen kann der Vorsitzende der Produktivgemeinschaft Leezen schon jetzt einen Ausfall registrieren. Doch das kommt nicht überraschend, die Landwirte haben sich darauf vorbereitet. „Wir haben die Anbauflächen für Raps reduziert. Bisher wurde auf rund 300 Hektar Raps gedrillt, in diesem Jahr sind es nur 250“, sagt Hönicke.

Die Pflanzenausfälle durch den sehr frühen Befall mit dem Rapserdfloh und der Kleinen Kohlfliege sind jetzt deutlich zu sehen. Lediglich kleine grüne Büschel der wilden Kamille sind noch übrig, wo sonst um die 40 Ölpflanzen pro Quadratmeter stehen. „Es ist nur noch das Unkraut übrig. Das ist schon bitter. Zumal wirklich fraglich ist, inwieweit die Beize eine Gefahr für die Bienen darstellt“, sagt der Landwirt. Denn durch den kompletten Wegfall der Feldfrucht habe die Biene keine Rapsblüte, an der sie sich laben könne, so Hönicke. Er hofft auf eine schnelle Aufhebung des Verbots. Denn bleibt es dabei, werde auch im nächsten Jahr der Raps zwar keimen, aber dann von den Insekten angefressen. „Das Korn wird sehr flach gedrillt – etwa einen Zentimeter unter der Erdoberfläche. Dann beginnt es in wenigen Tagen zu keimen. Bei sehr lehmigem Boden wird das Korn nicht fest umschlossen, es bleibt Platz für die Kleine Kohlfliege, die legt dort ihre Larven in die kleinen Hohlräume ans Korn und die fressen sich dann satt. Ende vom Lied: Die Rapssaat ist hin“, erklärt der Leezener das Problem. Es sei zwar derzeit nicht das größte Problem, aber „es ist ein Problem“, betont Detlef Hönicke.

Auch aus ökologischer Sicht sei der Raps wichtig für die Bauern, er strukturiere den Boden und gehört mit der Zuckerrübe zu den einzigen Tiefwurzlern, die in der Region angebaut werden. Und die Rübe wurde uns mit Aus der Zuckerfabrik in Güstrow ja bereits genommen“, moniert der Vorstandsvorsitzende. Doch nun hofft er erst einmal, dass die restliche Saat es bis zur Blüte und vor allem zu guten Erträgen schafft. „Es gibt ja noch andere Feinde, wie beispielsweise den Rapsglanzkäfer, der die Blüten anknabbert“, so Hönicke. Die Pflanzen auf dem Feld lassen ihn jedoch hoffen. Nun heißt es warten. Warten auf den Haupttrieb, der sollte nicht so lang sein. Und dann auf die ersten Blüten Anfang April. Sind diese nach vier Wochen abgeblüht, kommen die Schoten. „Dann kann man nur auf gute Werte hoffen und auf einen guten Preis“, sagt Detlef Hönicke schmunzelnd.

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