Innenstadt Schwerin : Bauarbeiten mitten im Welterbe

Besucher und Einheimische im Welterbe-Fieber: Die Stadt bietet regelmäßig Rundgänge und Vorträge an. Im Juni ging es um das Villenensemble in der Werderstraße 125-141, das Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und inzwischen saniert wurde.
Besucher und Einheimische im Welterbe-Fieber: Die Stadt bietet regelmäßig Rundgänge und Vorträge an. Im Juni ging es um das Villenensemble in der Werderstraße 125-141, das Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und inzwischen saniert wurde.

Unesco-Antrag bremst Entwicklung nicht: Im Residenzensemble sind nicht nur viele Touristen, sondern auch Bauarbeiter unterwegs

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04. August 2015, 11:45 Uhr

Hamburgs Speicherstadt hat es gerade geschafft, das Schweriner Residenzensemble soll es in etwa fünf Jahren nachmachen und Unesco-Weltkulturerbe werden. Obwohl das Schloss in den Ferienmonaten von begeisterten Touristen geradezu gestürmt wird, könnte der neue Titel noch mehr Gäste anlocken und den Blick auf weitere Gebäude und auf eine 1000 Jahre währende Herrschertradition lenken. Dass Welterbe nicht Stillstand bedeutet, das bemerken die Schweriner heute bei diversen Sanierungsarbeiten und Großprojekten. Wie emsig und ambitioniert innerhalb eines künftigen Welterbe-Ensembles gebaut werden kann, das zeigt SVZ in den kommenden Tagen.

Seit Kurzem hat Schwerin auch eine Welterbe-Managerin: Claudia Schönfeld bereitet für Oktober eine erste wissenschaftliche Tagung zum Welterbe in Schwerin vor. „Das ist ein weiterer Schritt zur offiziellen Bewerbung“, sagt Schwerins Denkmalpflegerin Steffi Rogin. „Wir wollen dabei mit vielen Experten unseren Blick für die inhaltlichen Schwerpunkte schärfen.“ Erst 2014 ist Schwerin auf die deutsche Bewerberliste gekommen. Bad Doberan, das sich mit seinem Münster ebenfalls beworben hatte, schaffte es nicht. Zum Unesco-Welterbe in Deutschland gehören insgesamt 54 Kultur- und Naturgüter. Das erste war 1978 der Kaiserdom zu Aachen. In MV sind die Altstädte von Stralsund und Wismar Welterbe sowie die Alten Buchenwälder von Rügen.

Die Ursprungsidee, das „Residenzensemble des romantischen Historismus“ zum Welterbe zu machen, hatte im Jahr 2000 der Verein „Pro Schwerin“. Ein Jahr später stimmte die Stadtvertretung für diese Idee, 2007 gab es einen entsprechenden Landtagsbeschluss, 2010 schließlich die offizielle Vereinbarung zwischen Stadt, Land und Landtag. Alle drei haben nämlich Eigentum im 140 Hektar umfassenden Kerngebiet, das im Norden am Marstall beginnt, sich an der Werderstraße bis zum Alten Garten erstreckt, Finanzministerium, Staatskanzlei, Landeshauptarchiv umfasst. Weiter geht es entlang der sanierten Schlosspromenade zum Bertha-Klingberg-Platz. Auch Villen in der Stellingstraße und am Jägerweg gehören zum Ensemble, ebenso wie das Finanzamt, das Wirtschaftsministerium und das Offizierscasino, das von der Firma Hydraulik Nord zum Hauptsitz umgebaut wird. Die Schleifmühle ist Bestandteil des Kerngebietes, ebenso das Kalthaus in der ehemaligen Schlossgärtnerei. Als „Inseln“ in der Altstadt sind Neustädtisches Palais, Dom, Schelf- und Paulskirche vertreten. Das Arsenal am Pfaffenteich, heute Innenministerium, ist bislang noch außen vor.

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