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18. November 2017 | 17:14 Uhr

Schwerin : Bau des Schlossanlegers liegt auf Eis

vom

Das Material liegt seit einem Jahr bereit, doch ob der Bootssteg in der Schweriner Schlossbucht gebaut wird, ist unsicher. Der Naturschutz könnte zum Hindernis werden. Jetzt muss die Stadt das Gerichtsurteil abwarten.

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2013 | 06:20 Uhr

Ostorf | Da lacht das Herz so manches Bootshausbesitzers: Auf einem Betriebsgelände am Stadtrand liegen beste Douglasien- und Stahlpfähle. Doch sie sind seit mehr als einem Jahr ungenutzt. Bereits Anfang April 2012 sollten sie planmäßig eingesetzt werden - für den Bau des Bootsanlegers in der Schlossbucht. Bisher aber gab es für dieses Vorhaben nicht einen einzigen Rammschlag.

Bereits im Dezember 2010 beschäftigten sich die Stadtvertreter erstmals mit einem Anlager gegenüber vom Schloss. "Die Stadtvertretung beschließt die Neuanlage eines Schiffsanlegers für Fahrgastschiffe inklusive Kurzzeitliegeplätzen in der Schlossbucht am Franzosenweg (Höhe Schlossbucht-Café). Die Baumaßnahme wird im Zeitraum Januar - Juni 2011 umgesetzt", so der einstimmig bestätigte Beschlusstext. Von der Weißen Flotte sollte eine Fährverbindung zur Parklandschaft geschaffen werden, "um die Veranstaltungsflächen mit einer attraktiven verkehrlichen Lösung zu verbinden."

Die konkreten Planungen führten dann aber zu erheblichen Querelen. Federführend dabei war vor allem die SPD-Bündnis 90 / Die Grünen-Fraktion. Aber auch der fraktionslose Manfred Strauß stellte Fragen. Sie wollten so einiges wissen zum Naturschutz, zur Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem Unesco-Welterbeantrag für das Schlossensem ble und zum Einsatz von Tropenholz. Die Politiker wollten wissen, warum der Baudezernent "entgegen den Bedenken der Fachleute ohne Einvernehmen der Unteren Naturschutzbehörde den Bau einer größeren Ausführung des Anlegers angewiesen hat". Mehrkosten von 50 000 Euro waren ein Thema. Auch die von der Verwaltung als Begründung genannte Fährverbindung, angeblich in einem Konzept für den Schweriner Gartensommer gefordert, wurde in Zweifel gezogen.

Die Stadtverwaltung focht das alles nicht an. Sie nahm die Fördermittel des Landes entgegen, schrieb die Bauleistungen aus und erteilte den Auftrag. Doch bevor der Bau starten konnte, kam ein Antrag der SPD/Grüne-Fraktion: Sofortiger Baustopp. Der Text wurde vom Hauptausschuss zwar geändert und dann auch in der neuen Form von der Stadtvertretung im September vergangenen Jahres beschlossen, aber die Wirkung ist die gleiche - es wird nicht gebaut. Denn die Stadt soll jetzt erstmal den "Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet Schweriner Seen" abwarten, der voraussichtlich bis Juni 2014 erarbeitet wird. Was dieses Papier in Sachen Anleger bringen wird, weiß noch keiner so genau. Auf jeden Fall werden keine Vorhaben mehr umzusetzen sein, die auch nur geringfügige Auswirkungen auf die Vogelwelt haben.

Außerdem klagt der Bund für Umwelt und Naturschutz gegen den Bau eines Bootsstegs in der Schlossbucht. Nach Auskunft der Stadtverwaltung läuft das Gerichtsverfahren noch. Auch hier ist der Ausgang offen.

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