Mit Mausehäuschen nach Bulgarien : Banzkower Trio fährt nach Bansko

Reisefertig: Bevor sie am Montag um 8 Uhr vom Dorfplatz aus starten,  haben Marianne und Karl-Friedrich Böthfüer sowie Solveig Leo  (M.) noch die Karte mit der Route an den Mausenest-Anhänger angebracht. Heidrun Pätzold
Reisefertig: Bevor sie am Montag um 8 Uhr vom Dorfplatz aus starten, haben Marianne und Karl-Friedrich Böthfüer sowie Solveig Leo (M.) noch die Karte mit der Route an den Mausenest-Anhänger angebracht. Heidrun Pätzold

Das Auto ist durchgecheckt, der Mausenest-Anhänger als Ladung deklariert, die Route abgesteckt, Proviant für unterwegs gekauft - die Reise kann losgehen. Am Montag machen sich drei Banzkower auf den Weg nach Bansko.

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04. Mai 2012, 07:33 Uhr

Banzkow | Der Ford Combi ist durchgecheckt, der Mausenest-Anhänger als Ladung deklariert, die Route abgesteckt, Proviant für unterwegs gekauft - die Reise kann losgehen. Am Montag machen sich Marianne (65) und Karl-Friedrich Böthfüer (67) sowie Solveig Leo (68) aus Banzkow auf den Weg nach Bansko. Die Stadt im Südwesten von Bulgarien ist einer der bekanntesten Wintersportorte des Landes. Aber das ist es nicht, warum sich die drei diesen Ort als Ziel ihrer Reise ausgesucht haben. Es ist der Name der Stadt, der die Banzkower aus Mecklenburg neugierig macht. "Wir haben schon vor gut einem Jahr so dahergeredet, dass man sich die Stadt ja mal anschauen könnte, die so heißt wie unser Lewitzdorf", erinnert sich Solveig Leo. Bald war die Idee geboren: Die drei fahren nach Bansko und besuchen unterwegs jene Städte und Dörfer, die wie das Lewitzdorf an der grünen Europameisterschaft Entente Florale teilgenommen haben. Zur Erinnerung: Bei diesem europäischen Wettbewerb holte Banzkow in Cervia (Italien) 2010 die Silbermedaille. Die Kommune maß sich mit 24 der attraktivsten und umweltfreundlichsten Städte und Dörfer aus zwölf europäischen Staaten. Einige dieser Länder stehen nun auf dem Reiseplan des Trios: Tschechien, Slowakei, Ungarn, Österreich, Serbien, Bulgarien, Kroatien und Slowenien. Solveig Leo: "Uns interessiert, wie es dort weitergegangen ist und welche neuen Aufgaben sich die einstige Wettbewerbspartner stellen." Angemeldet für eine Stippvisite - 15 sind insgesamt vorgesehen - haben sich die Banzkower bei den jeweiligen Bürgermeistern jedenfalls.

Im Reisegepäck verstaut haben sie kleine Beutel mit Sonnenblumensamen, den sie bei ihren Besuchen übergeben. "Unser regionales Sonnenblumenband kann dann in weiteren europäischen Ländern erblühen", hofft Solveig Leo. Die Fahrt soll aber auch Werbung für das Urlaubsland MV und speziell für die Lewitz region sein. Daher gehört touristisches Material mit ins Reisegepäck. Ebenso regionale Spezialitäten wie kleine Fläschchen mit Kartoffelschnaps aus Plate.

5500 Kilometer wollen Marianne und Karl-Friedrich Böthfüer sowie Solveig Leo innerhalb von 21 Tagen zurücklegen Auf Bundes- und Landesstraßen, so betont Fahrer Karl-Friedrich Böthfüer. Denn im Schlepptau haben die Banzkower das Mausenest, das schon vor zwei Jahren in Cervia für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte. In diesem Anhänger finden Koffer, Proviant und Gastgeschenke Platz.

An einem Tag will das Team durchschnittlich 340 bis 380 Kilometer zurücklegen. Ein ehrgeiziges Ziel. Doch Fahrer und Techniker Karli, wie er von den anderen gerufen wird, ist optimistisch. Er war einige Jahre als Fernfahrer mit Lkw in Europa unterwegs und ist versiert, was das Fahren anbelangt. Böthfüer rechnet mit einem Gesamtverbrauch von 825 Litern Diesel. Das macht eine Summe von 1300 Euro allein für Kraftstoff aus. Daher sind die drei über Sponsoren - Gek-Bauausführung Bunsen, Lewitz-Pflegedienst Birgit Rütz und Apg Banzkow - sowie andere Unterstützer froh. Auch die Gemeinde gehört dazu.

Mit der Reiseroute beschäftigt hat sich Karl-Friedrich Böthfüer seit einem halben Jahr. Die heiße Phase setzte vor sechs Wochen ein. Der fünfte Entwurf war dann der endgültige. "Wir mussten unsere Etappenziele so ausrichten, dass wir abends immer eine Unterkunft mit Parkplatz für unser Mausenest finden", erklärt er. "Ein Stück weit verlassen wir uns bei der Fahrt auch auf Frau Becker", sagt Böthfüer und erklärt: "Das ist das Navigationsgerät vom Typ Becker. Und weil die Routen von einer Frau gesprochen werden, heißt das Navi-Gerät bei uns Frau Becker." Sicher ist, dass die Banzkower im ungarischen Nemesco Station machen. Der Grund liegt auf der Hand: Hier steht die Manufaktur der Kartoffelmäuse. Einige dieser Souvenirs hat Marianne Böthfüer zu Hause. Sie ist als das Maskottchen des Lewitzdorfes bekannt und schlüpft zu besonderen Anlässen in ihr Mäuse-Kostüm. Das macht sie auch bei dieser Reise: bei ausgewählten Besuchen. Und Solveig Leo und Karl-Friedrich Böthfüer präsentieren sich dann in ihrer Mecklenburgischen Tracht.

In Bansko selbst will sich die kleine Reisegesellschaft eine etwas längere Verschnaufpause gönnen. Zwei Tage sind eingeplant, bevor sie ihre Heimreise starten. Die Stadt liegt direkt am Fuße des

Pirin- Hochgebirges. Das Gebirge, welches gleichzeitig Nationalpark ist, zählt zum Unesco Weltkulturerbe. "Das möchten wir uns gern anschauen. Ebenso das Rila-Kloster und ein Bergtal mit sieben Seen im Rila", sagt Solveig Leo.

Über mögliche Sprachschwierigkeiten denkt das Trio nicht großartig nach. Marianne Böthfüer: "Wir können nur ein bisschen Englisch, und vielleicht noch ein paar Brocken Russisch. Das war es dann auch schon." Ein Englisch-Wörterbuch wird sicherheitshalber eingesteckt. Aber notfalls helfen auch Mimik und Gestik, meint sie lachend.

Wenn alles gut klappt, davon gehen die Beteiligten aus - will das Trio am Pfingstsonntag gegen 16 Uhr im Banzkower Neddelrad wieder aufschlagen: beim Treckertreck.

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