Banzkow startet blumig ins neue Jahr

Vier Dörfer sind sich grün: Rainer Mönch (Goldenstädt), Solveig Leo (Banzkow), Sabrina Schröder und Stefan Burmeister (beide Jamel) sowie Hartmut Voß im Fuchskostüm (Mirow) machten noch  einmal auf die Gemeidefusion  im vorigen Jahr  aufmerksam. Werner Mett
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Vier Dörfer sind sich grün: Rainer Mönch (Goldenstädt), Solveig Leo (Banzkow), Sabrina Schröder und Stefan Burmeister (beide Jamel) sowie Hartmut Voß im Fuchskostüm (Mirow) machten noch einmal auf die Gemeidefusion im vorigen Jahr aufmerksam. Werner Mett

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03. Januar 2010, 10:07 Uhr

Banzkow | Dass es beim Anbaden gestern Nachmittag im Banzkower Störkanal blumig zugehen sollte, war kein Zufall. Die Lewitzgemeinde vertritt in diesem Jahr die deutschen Farben beim europäischen Wettbewerb "Entente Florale". Deshalb waren alle Teilnehmer bei der elften Auflage dieses Spektakels aufgefordert, sich floral zu schmücken. "Am 10. Januar bekommen wir die Europafahne überreicht. Das ist der offizielle Startschuss in den Wettbewerb", verrät Bürgermeisterin Irina Berg. "Aber wir wollten schon am Neujahrstag den Auftakt vollziehen." Dabei zogen die Banzkower wieder voll mit. Mehr als 2000 Schaulustige kamen und feuerten die 57 Wagemutigen an. Die stürzten sich bei etwa einem Grad Lufttemperatur in die 3,3 Grad "warme" Stör. Mehr als 20 Meter waren im Wasser zurückzulegen.

"Im Wasser selbst geht es", erzählte der Schweriner Ex tremsportler Michael Kruse hinterher. "Aber vor allem beim Hineingehen und beim Aussteigen muss man sich doch überwinden." Kruse nahm nun zum bereits dritten Mal in Folge am Banzkower Neujahrsschwimmen teil und brachte gleich sieben Sportfreunde mit. Trotz dieser Unterstützung reichte es aber nicht ganz für einen neuen Teilnehmerrekord: Vor zwei Jahren waren 58 Banzkower und Gäste im Störwasser.

Doch um Rekorde geht es den Banzkowern auch nicht. Eigentlich was das Anbaden als einmalige Aktion gedacht. Im Jahr 2000 wurde so das Dorfjubiläum eingeläutet. Banzkow beging damals die 700-Jahr-Feier. Das Anbaden machte aber Teilnehmern und Zuschauern so viel Spaß, dass es seitdem bislang an jedem Neujahrstag stattfand.

"Bei der Premiere war ich leider nicht dabei", erinnert sich der gebürtige Banzkower Heinz Ihde. Doch gestern schwamm der heutige Schweriner schon zum neunten Mal durch die Stör. Mit 75 Jahren war Ihde der älteste Teilnehmer. "Ich bin seit 30 Jahren Winterbader", verriet Ihde. "Da war es doch klar, dass ich in Banzkow bei solch einer Aktion mitmache." Und gestern waren die Bedingungen ideal, schätzte Ihde ein. Das lag nicht nur an den Temperaturen, sondern vor allem an der Windstille.

Hinzu kam, dass die Banzkower Feuer wehrleute am Silvestertag auch für freies Wasser gesorgt hatten. Der Störkanal war an der Banzkower Brücke zugefroren. Hier hatten sich zum Jahresende sogar Schollen aufeinander geschoben und so eine zehn Zentimeter dicke Eisschicht gebildet.

Neugierig auf das Banzkower Anbaden war auch die Schwerinerin Waltraud Garnitz. Sie hat sich vor zwei Jahren den Eisbadern "Walrosse" angeschlossen und durchschwamm nun erstmals die Stör. Mit 70 Jahren war Waltraud Garnitz gestern zudem die älteste Frau im Starterfeld. Und sie kam auch im floralen Kostüm, bildete am Ende mit dem Banzkower Heinz-Uwe Berg (55 Jahre und zum sechsten Mal dabei) das Blumenpaar. Auch der jüngste Starter kam aus Schwerin: der neunjährige Arvid Gabel. Im Vorjahr war Vater Steffen Gabel noch allein in die Stör gesprungen, dieses Mal wollte der Sohn mitmachen. "War aber ganz schön kalt", gestand der Junior nach der nicht einmal einminütige Schwimmeinlage.

Bei der Suche nach dem Teilnehmer mit dem weitesten Anreiseweg hatten übrigens Schweriner und auch andere Mecklenburger keine Chance. Denny Keilhack aus Nimwegen in den Niederlanden war zum wiederholten Male beim Banzkower Anbaden dabei. Neuling hier war Gerd Bär aus Freiberg in Sachsen. Der 68-Jährige feierte Silvester bei seinem Studienfreund Lothar Simon (68) in Peckatel. Beide trainierten schon zwischen den Festtagen und genossen das Spektakel gestern Nachmittag. Sie durften auch als Duo ins Wasser. Zumeist waren die Schwimmer aber Einzelstarter. Erlaubt war nur die Ausnahme bei der Aktion "Vier Dörfer sind sich grün". Jeweils ein Einwohner aus Banzkow, Goldenstädt und Mirow sowie zwei Jameler machten so nochmals auf die im Frühsommer 2009 vollzogene Gemeindefusion zwischen Banzkow und Goldenstädt aufmerksam.

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