Nach tödlichem Unfall : Banzkow dankt mutigen Helfern

Auszeichnung für die Helfer:  Bürgermeisterin Irina Berg dankt  Sebastian Kopp (r.) und Goldenstädts Wehrführer  Reiner Kluth für den couragierten Einsatz nach dem Unfall.
Foto:
1 von 2
Auszeichnung für die Helfer: Bürgermeisterin Irina Berg dankt Sebastian Kopp (r.) und Goldenstädts Wehrführer Reiner Kluth für den couragierten Einsatz nach dem Unfall.

Sebastian Kopp und Anja Meißner-Kopp waren beim tödlichen Unfall nahe Goldenstädt als Erste vor Ort und leiteten Rettungsaktion ein

svz.de von
22. März 2014, 16:00 Uhr

Auch eine Woche nach dem schweren Unfall mit einem Todesopfer bei Goldenstädt (SVZ berichtete) lässt Anja Meißner-Kopp die Erinnerung an diesen Abend nicht los. „Die Bilder gehen einem nicht so schnell aus dem Kopf. Das ist klar“, erzählt die Frau aus Jamel, die gemeinsam mit ihrem Sohn Sebastian als Erste am Unfallort war. „Aber ich würde sofort wieder so handeln – helfen, so gut ich kann.“ Im gleichen Atemzug fügt die Mutter hinzu, wie routiniert und entschlossen ihr 27-jähriger Sohn vom ersten Moment an den Rettungseinsatz einleitete. „Das hat mich schon beeindruckt“, sagt die Mutter und dabei schwingt ein bisschen Stolz in ihrer Stimme mit.

Denn Sebastian Kopp ist Feuerwehrmann. Schon als Kind ging er zur Jugendwehr, wechselte nahtlos in die Einsatzgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Goldenstädt. „In solch einem Moment ist es wichtig, das Erlernte abzurufen“, berichtet der junge Mann aus Jamel. Doch einfach ist nicht. Denn nachdem Mutter und Sohn den Knall vom Frontalzusammenstoß der beiden Autos gehört hatten, ahnten sie, dass etwas Schlimmes passiert war. Sie eilten sofort zum Unfallort kurz vor Goldenstädt. Dort bot sich ihnen ein schlimmer Anblick: zwei eingeklemmte Personen in total zerstörten Wagen. „Die Frau hatte viele blutende Wunden, war aber ansprechbar. Der Fahrer im anderen Wagen nicht“, erinnert sich Sebastian Kopp. Notruf absetzen, sich um die Verletzte kümmern, die Hilfeleistungen koordinieren. „Sebastian hat das alles gemanaget“, schildert Anja Meißner-Kopp.

Inzwischen war auch ein junges Paar, das auf der Kreisstraße unterwegs war, zu den Ersthelfern gestoßen. Auch diese Helfer folgten sofort den Ansagen des jungen Feuerwehrmannes. Kurze Zeit später waren weitere Feuerwehrleute aus Goldenstädt und die Einsatzkräfte der Crivitzer Rettungswache am Unfallort. „Die waren sehr schnell da“, unterstreicht Anja Meißner-Kopp. „Dabei kam mir die Zeit ewig lang vor.“ Doch die Jamelerin hatte auf die Uhr geschaut und war selbst überrascht, dass keine Viertelstunde vergangen war, bis Feuerwehr und Rettungsdienst am Unfallort waren. Für Anja Meißner-Kopp war der Hilfseinsatz damit beendet. Für ihren Sohn nicht. Sebastian Kopp eilte ins Gerätehaus, zog sich um und arbeitete Seite an Seite mit seinen Kameraden weiter. Die schwer verletzte 51-Jährige wurde in kürzester Zeit aus ihrem Wagen befreit und ins Klinikum Schwerin geflogen. Für den 45-jährigen Fahrer des anderen Autos kam jede Hilfe zu spät. Die Goldenstädter Feuerwehrleute, zwölf Mann an diesem Abend, hatten drei Stunden zu tun, um die Opfer zu bergen und die Unfallstelle zu räumen.

„Für ihren Einsatz möchten wir den Goldenstädter Feuerwehrleuten danken“, sagte Banzkows Bürgermeisterin Irina Berg am Donnerstagabend vor dem Hauptausschuss der Gemeinde. Doch auch die Ersthelfer wurden nicht vergessen. Anja Meißner-Kopp und Sebastian Kopp waren ebenfalls eingeladen. Mutter und Sohn erhielten einen Präsentkorb,. „Solch ein couragiertes Handeln sollte selbstverständlich sein. Ist es aber nicht“, betonte Berg. Deshalb will die Gemeinde beim nächsten Neujahrsempfang Anja Meißner-Kopp und Sebastian Kopp auch ins Ehrenbuch der Gemeinde eintragen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen