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25. November 2017 | 01:26 Uhr

Schwerin : Bank will Werderklinik kaufen

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Die Werderklinik in Schwerin hat einen Liebhaber gefunden: In den prächtigen Demmlerbau aus dem Jahr 1841 wird aller Voraussicht nach die VR-Bank eG mit ihrer Verwaltung und dem Geschäftskundenbereich einziehen.

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erstellt am 15.Aug.2012 | 07:46 Uhr

Werdervorstadt | Die Werderklinik hat einen Liebhaber gefunden: In den prächtigen Demmlerbau aus dem Jahr 1841 wird aller Voraussicht nach die VR-Bank eG mit ihrer Verwaltung und dem Geschäftskundenbereich einziehen. Die endgültige Entscheidung über den Kauf der Klinik fällen die Gremien zwar erst im November, auf der Vertreterversammlung wurde das Projekt jetzt aber schon vorgestellt unter dem Titel "Unser neues Zuhause". Als Planer haben sich die Banker den Präsidenten der Architektenkammer MV, Joachim Brenncke, geholt. Der hat mit der Sanierung historischer Schätze in Schwerin und mit der Denkmalbehörde schon einige "gute" Erfahrungen gemacht. Sein Büro kümmerte sich u.a. um das Landeshauptarchiv in der Graf-Schack-Allee, die Schelfschule oder das Rektorengebäudes am Alten Fridericianum. Die Werderklinik haben er und verschiedene Gutachter in den vergangenen Wochen genauestens unter die Lupe genommen. Dem Bau bescheinigen sie eine gute Substanz. Fenster und Türen sind vermessen und gezählt, ein Raumkonzept erstellt und auf den ersten Plänen trägt der Gebäudekomplex bereits einen freundlichen Ocker-Ton. Einen möglichen Umzugstermin gibt es auch schon: "Zum 30. Juni 2014 müssen wir aus unseren alten Räumen in der Wismarschen Straße 300 raus", sagt VR-Bank-Vorstand Willi Plum. Die komplette Sanierung der Werderklinik bis zu diesem Zeitpunkt sei zwar "ehrgeizig, aber machbar", sagt Joachim Brenncke. Wenn alle Beteiligten - inklusive Stadtverwaltung - Hand in Hand arbeiten.

Die VR-Bank möchte übrigens nicht nur den Demmler-Bau kaufen und wieder herausputzen, sondern auch den benachbarten Erweiterungsbau, der Anfang der 1930er-Jahre unter der Regie von Stadtbaumeister Andreas Hamann vollendet wurde. Auch er ist ein schützenswertes Beispiel Schweriner Stadtarchitektur, trotzdem wäre ein Abriss in diesem speziellen Falle wohl genehmigt worden, so die Planer. "Wir wollen dieses besondere Krankenhaus-Ensemble aber komplett erhalten, so wie die Schweriner es kennen, und damit auch einen Beitrag für die Stadt leisten", betont VR-Bank-Vorstand Matthias Bungert. Damit nicht nur Kunden das neue Innenleben der Klinik kennen lernen dürfen, ist ein Veranstaltungssaal geplant, der auch vermietet werden soll. Die neue Raumaufteilung soll übrigens der alten ziemlich genau entsprechen. "Wir werden das Mittelflursystem belassen", sagt Brenncke. Der Haupteingang wird aber nicht an der Werderstraße, sondern an der Robert-Koch-Straße liegen. Vor der alten Klinik wird der Park unter Denkmalauflagen erneuert.

Die VR-Bank, die ihre Geschäfte in Schwerin, Ludwigslust und Parchim betreibt, möchte mit dem neuen Standort ein bewusstes Zeichen setzen für die Region, betont Willi Plum. Ein repräsentativer Meilenstein in der Entwicklung, aber auch finanziell ein geschickter Schachzug, wie ihn die Bank-Experten sogar jungen Familien empfehlen: Die niedrigen Zinsen reizen zum Bauen. Außerdem liegt das eigene Geld zurzeit in einer guten Immobilie besser als auf dem Sparkonto. Für die VR-Bank ist die Werderklinik deshalb eine perfekte Geldanlage. "Zumal sich der Standort noch weiter zum Positiven entwickeln wird", so Plum. Hinter der Klinik sollen demnächst viele neue Wohnungen gebaut werden. Und auch rundherum wird sich zwischen Waisengärten, Bornhövedstraße und altem Brauereigelände in den nächsten Jahren noch einiges bewegen.

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