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Hochschulstandort Schwerin : Baltic College lockt viele junge Leute

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Allein am Baltic College sind derzeit rund 180 Studierende eingeschrieben. Ein Studium in der Landeshauptstadt von MV ist für junge Menschen attraktiv. Das zeigte der jüngste Informationstag der Fachschule.

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2013 | 10:26 Uhr

Schwerin | Hochschulstandort Schwerin: Allein am Baltic College sind derzeit rund 180 Studierende eingeschrieben. Ein Studium in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns ist für junge Menschen attraktiv. Das zeigte auch das große Interesse beim jüngsten Informationstag der Fachschule des Mittelstandes. Die ersten Interessenten hätten bereits um halb zehn vor der Tür gestanden. "Und das, obwohl wir ei gentlich erst um zehn anfangen wollten ", berichtete Katja Bengtsson-Schmidt, Leiterin des Placement & Career Centers am Baltic College. Viele Besucher seien auch aus Hamburg, Bremen oder den südlichen Bundesländern gekommen, fügte sie hinzu. Jedes Jahr würden 40 Studier ende zum Wintersemester neu aufgenommen, so Bengtsson-Schmidt.

Einen dieser 40 Plätze könnte Sarah Müller bekommen. Um sich über den Studiengang "Hotel- und Tourismus- Management" zu informieren, war die Erfurterin extra angereist - ihre Eltern hatte sie im Schlepptau. Sie habe sich bereits im Internet schlau gemacht, erzählte die 20-Jährige. Ein Jahr war sie als Au-Pair in England. Demnächst könnte sie ihre Zelte in Schwerin aufschlagen. Die Stadt kenne sie noch nicht, sagt die Thüringerin. Den Tipp, hier zu studieren, habe sie von einer Freundin aus Lübeck erhalten.

Trotz des regen Interesses war die Veranstaltung im Alten Fridericianum am Pfaffenteich kein Massenauflauf: Jeder Besucher wurde im Foyer persönlich von Elsa Radtke begrüßt. Die 22-jährige Berlinerin studiert "Hotel- und Tourismus-Management" im sechsten Semester und ist eher unfreiwillig in Schwerin gelandet. 2010 habe sie sich in Potsdam eingeschrieben. Im vergangenen Jahr wurde der Campus in der brandenb urgischen Landeshauptstadt geschlossen, und Radtke zog nach Schwerin. "Zunächst war es eine klare Entscheidung für das Studium", erläuterte sie, "denn diesen Studiengang gibt es in dieser Art weder in Berlin noch in Hamburg oder München." Schwerin sei eher eine Begleiterscheinung gewesen, die sie mittlerweile aber zu schätzen gelernt habe.

Dennoch sei es nicht leicht für sie gewesen, hier Fuß zu fassen. "Es hat mir sehr geholfen, dass ich ein duales Studium mache und neben meinen Kursen auch arbeiten muss", sagte Radtke. Sie habe mit vielen Kollegen Kontakte geknüpft. Außerhalb der Hochschule würden die Studierenden in der Stadt kaum wahrgenommen. Bei ihrer ersten Fahrt mit der Straßenbahn wurde die Berlinerin prompt kontrolliert. Ihren Studierendenausweis wollte der Kontrolleur nicht auf Anhieb akzeptieren. "Der meinte, ich hätte ihn selber gebastelt", schilderte Radtke ihre Erinnerungen. Auch das kulturelle Angebot sei nicht unbedingt studentenfreundlich. "Das Theaterprogramm könnte moderner sein." Es stimme, dass sich viele Erst semester einsam fühlten, wenn sie gerade erst hergezogen seien, bestätigte Katja Bengtsson-Schmidt. "Das Wissen, wo man in der Stadt hingehen kann, wird dann von den älteren an die jüngeren Studierenden weitergegeben."

Vor allem in der Kneipe "Zum Freischütz" in der Schelfstadt zählen viele Studierende zu den Stammgästen. Hier können Kontakte geknüpft werden. "Bei uns kommen Menschen zusammen, die man in einer Großstadt nicht unter einen Hut bekommen würde. Vom Bauarbeiter bis zum Anwalt", berichtet Matthias Matthies stolz. Er ist einer der beiden Inhaber. Davon, dass mehr Studierende das kulturelle Leben der Stadt bereichern würden, ist der Gastronom überzeugt. Der "Freischütz" sei eine Alternative zu den Kneipen, die bereits um ein Uhr morgens zumachten. "Bei uns geht es schon mal bis fünf oder sechs Uhr früh", so Matthies. An ähnlichen Angeboten für junge Menschen fehle es aber. Er habe die Sache selbst in die Hand genommen, weil er nicht aus Schwerin weg gewollt hätte.

Elsa Radtkes Aufenthalt in Schwerin wird hingegen bald zu Ende sein. Die 22-Jährige schreibt an ihrer Bachelor-Arbeit und plant, ihr Studium in Kürze abzuschließen. Erst einmal will sie zurück nach Berlin gehen. "Der Weg hinaus in die Welt ist aber in Planung." Schwerin sei dafür ein hervorragendes Sprungbrett.

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